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Verleihung des Anerkennungspreises der Bayerischen Einigung/ Bayerischen Volksstiftung

 

 

Die Stellvertreterinnen des Maria-Ward-Gymnasiums mit Ihren Lehrkräften von links nach rechts: Anna Schreiber, Mandy Wachsmann, Sonja Bernhard, Anika Bayer, Livia Erfurth, Hannah Hasenstab, Sieglinde Bauer, Zoë Reiter, Miriam Bergmann und Lina Schmitt

 

 

Miriam Bergmann und Lina Schmitt (Q11) bei ihrer Dankesansprache

 

 

Ein Bild mit Ilse Aigner, unserer Landtagspräsidentin ließen wir uns natürlich auch nicht nehmen! 

 

Fotos: Maria-Ward-Schule

Auszeichnung für vorbildliche politische Bildung am Maria-Ward-Gymnasium

Auszeichnung für vorbildliche politische Bildung am Maria-Ward-Gymnasium

 

Anerkennungspreis der Bayerischen Einigung/ Bayerischen Volksstiftung für das Maria-Ward-Gymnasium

 

Als Vertreterinnen für alle Schülerinnen und Lehrkräfte des Maria-Ward-Gymnasiums waren wir am 3.12.2018, begleitet von den Lehrkräften Sieglinde Bauer (i.R.) und Anna Schreiber, zur Feier des Bayerischen Verfassungstages in die Münchner Residenz eingeladen. Bereits seit 1967 wird dieser Tag auf Initiative der Bayerischen Einigung / Bayerischen Volksstiftung hin als Würdigung der Bayerischen Verfassung, die am 1. Dezember 1946 in Kraft trat, gefeiert. Ziel dieser Feier ist es, das Verfassungsbewusstsein und den Einsatz für die Demokratie in Bayern zu stärken. Für besondere Verdienste von jungen Menschen werden in diesem Sinn alljährlich einige Preise verliehen. In diesem Jahr war unser MW-Gymnasium Träger des Anerkennungspreises der Bayerischen Einigung/ Bayerischen Volksstiftung für vorbildliche Demokratieerziehung.

 

Begeistert waren wir nicht nur von unserer Auszeichnung, sondern auch von der Würde der Veranstaltung. Zahlreiche hochrangige Gäste aus Politik und Gesellschaft nahmen daran teil. Allen voran als Vertreter der Bayerischen Staatsregierung Innenminister Joachim Herrmann und Landtagspräsidentin Frau Ilse Aigner. Beide machten in ihren Ansprachen deutlich, dass es gerade heutzutage notwendig ist, aktiv für die Demokratie in Bayern einzutreten und sie gegen ihre Feinde zu verteidigen. Denn „Demokratie ist nicht nur eine Gabe, sondern auch eine Aufgabe.“(Frau Aigner)

 

Dass wir Maria-Ward-Schülerinnen uns diese Aussage ganz besonders zu Herzen nehmen, zeigt unser langjähriges politisches Engagement, für das wir mit dem Anerkennungspreis belohnt wurden.

 

Diese Auszeichnung ist natürlich nicht nur eine große Ehre für uns Teilnehmerinnen an dem Festakt, sondern Motivation zu weiterem politischen Engagement für alle Schülerinnen der Maria-Ward-Schule. Unsere historisch-politischen Projekte, speziell für die Bayerische Verfassung und für ein friedliches und geeintes Europa sind natürlich eine willkommene Abwechslung in unserem Schulalltag. Aber wir sehen es auch als unsere Pflicht an, als junge Menschen aktiv für den Erhalt der Demokratie einzutreten, weil wir das große Glück haben, in einer stabilen Demokratie und in Frieden leben zu dürfen. Wir möchten mit unseren Projekten Demokratie praktizieren und für ihre zentralen Werte eintreten und diese schützen.

 

In der Laudatio für den Anerkennungspreis wurde deutlich, dass es für das Maria-Ward-Gymnasium bei der Umsetzung der Bildungsziele aus Artikel 131 der Bayerischen Verfassung ein ganz besonderes Anliegen in ihrem Wertekanon ist, die Schülerinnen „im Geiste der Demokratie …“ (Artikel 131,3 BV) zu mündigen Staatsbürgerinnen zu erziehen.

 

Dies zeigt sich seit vielen Jahren in mehrfacher Hinsicht bereits im normalen Schulalltag. So wurde beispielsweise im G 9 regelmäßig ein Leistungskurs Geschichte/ Sozialkunde angeboten, der von vielen Schülerinnen gewählt wurde. Ab der 8. Klasse gibt es seit fast 30 Jahren das Wahlfach „Politik und Zeitgeschichte“, in dem interessierte Schülerinnen freiwillig am Nachmittag über aktuelle Themen aus Politik und Gesellschaft diskutieren können. Das besondere bisherige Engagement der MWS für die politische Bildung mündete schließlich in die Installierung des Wirtschaftswissenschaftlichen Gymnasiums mit sozialem Profil als neuer Schulzweig vor einigen Jahren.

 

Aber nicht nur im normalen Schulalltag zeigt sich das große Engagement der Lehrkräfte für die Demokratieerziehung der Schülerinnen, sondern auch bei besonderen Angeboten über die reguläre Unterrichtszeit hinaus. Zu erwähnen sind hier: Fahrten nach Bonn, später nach Berlin, mit Besuchen beim Deutschen Bundestag, beim Bundesrat und in der Gedenkstätte Hohenschönhausen, Durchführung von Planspielen zur EU, zur Bayerischen Landespolitik, zur Internationalen Politik (POL&IS in Kooperation mit der Bundeswehr), Seminarfahrten in die KZ-Gedenkstätte Dachau oder nach Verdun, etc.

 

Diese in vielen Jahren gewachsene solide Basis für die politische Bildung an der MWS führte dazu, dass anlässlich der wichtigen Jahrestage der Bayerischen Geschichte und speziell der Bayerischen Verfassung in den Jahren 2016 bis 2018 natürlich auch einige außerordentliche Projekte durchgeführt wurden.

 

Zum 70. Geburtstag der Bayerischen Verfassung fand beispielsweise Ende November 2016 eine Podiumsdiskussion mit mehreren Politikern aus verschiedenen Parteien vor fast 200 Schülerinnen statt, in der die zentralen Bestimmungen der Verfassung und deren aktuelle Bedeutung herausgearbeitet wurden. Die Veranstaltung wurde durch Schülerinnen der Oberstufe vorbereitet und moderiert. Viele weitere Schülerinnen bewiesen ihre Wertschätzung für die Demokratie in Bayern, indem sie jahrgangsstufenübergreifend in vielen Stunden außerhalb des Unterrichts eine Ausstellung und ein Quiz zu 70 Jahren Bayerische Verfassung erarbeiteten. Dadurch wurde der gesamten Schulfamilie und auch interessierten Gästen von außerhalb die Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit den Grundwerten der Demokratie in Bayern eröffnet. Als erster Preis beim Quiz winkte für die Siegerklasse und die besten Einzellösungen eine Fahrt nach München mit einem Besuch im Justizministerium und im Bayerischen Landtag, die durch Herrn Staatsminister Professor Winfried Bausback ermöglicht wurde.

 

Neben der Würdigung der Bayerischen Verfassung führte die MWS noch weitere Projekte zur Demokratieerziehung durch. So organisierte eine 10. Klasse gemeinsam mit der Stadt Aschaffenburg weitgehend selbstständig eine kleine Feier zur Einweihung eines Denkmals für Menschenrechte. Der bei dieser Gelegenheit vor der Schule gepflanzte Baum soll allen Mitgliedern der Schulfamilie beim täglichen Weg in das Schulgebäude eine Mahnung zum Einsatz für die Menschenrechte sein. Speziell wird an den Artikel 3 der Menschenrechtscharta der UN erinnert: „Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person“.

 

In der Vorbereitung haben sich die Schülerinnen intensiv mit der fundamentalen Bedeutung der Menschenrechte und ihrer wichtigen Rolle im Grundgesetz und in der Bayerischen Verfassung auseinandergesetzt. Es wurde ihnen bewusst, dass es mit dem zunehmenden Nationalismus und Populismus ganz aktuell in Deutschland und Europa besorgniserregende Tendenzen der Ausgrenzung von Minderheiten gibt, denen man unbedingt entgegenwirken muss. Dank dieser Erkenntnis fiel die Wahl auf den genannten Artikel 3 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UN.

 

Eine wichtige Rolle bei den politischen Projekten des MW-Gymnasiums spielte schon immer die EU. Denn die Politik in Deutschland und in Bayern ist eng verknüpft mit der europäischen Entwicklung. Die Schülerinnen des Maria-Ward-Gymnasiums setzen sich daher auch schon seit vielen Jahren sehr engagiert für ein gemeinschaftliches Europa ein. Auch mehrere aktuelle Projekte verdeutlichen dies: So nahmen über 50 Schülerinnen an dem Projekt „Europa macht Schule“ in Kooperation mit der Hochschule Aschaffenburg teil.

 

Austauschstudenten aus dem europäischen Ausland kamen an die Schule und vermittelten den Schülerinnen in Kleingruppen auf lebendige Art und Weise ihre spezielle Kultur. Man knüpfte neue Kontakte und traf sich auch außerhalb der Schule in privater Runde, um so bayerisch-europäische Verständigung konkret zu praktizieren.

 

Ein weiteres „europäisches“ Highlight war das Aschaffenburger Schülerforum „Europa im Gespräch“, bei dem das MW-Gymnasium Gastgeber sein durfte. Einige Schülerinnen organisierten diese Veranstaltung. Sie waren dann auch auserwählt, in München den Anerkennungspreis entgegenzunehmen. In vielen Stunden außerhalb des regulären Unterrichts wurde eine Podiumsdiskussion mit mehreren Politikern aus verschiedenen Parteien und Vertretern einiger Organe der EU vorbereitet. Bei dieser Diskussion waren viele interessierte junge Zuhörer aus den Aschaffenburger Schulen anwesend.

 

Auch bei dem Fest der Demokratie, einer gemeinsamen Veranstaltung aller Aschaffenburger Schulen zu den Jubiläen 100 Jahre Freistaat Bayern und 200 Jahre Verfassungsstaat fehlte ein Beitrag der engagierten Schülerinnen der MWS selbstverständlich nicht.

 

Zu den Selbstverständlichkeiten am MW-Gymnasium gehört auch die Teilnahme an den jeweiligen Juniorwahlen. So wurde auch die diesjährige Juniorwahl zum Bayerischen Landtag an der Schule durchgeführt, wobei die schulinterne Wahlbeteiligung stolze 82% betrug, obwohl der Gang zur Urne für die Schülerinnen der Oberstufe nur in den Freistunden oder in der Pause möglich war.

 

Zu den besonderen Highlights in jedem Schuljahr zählen am MW-Gymnasium immer wieder Besuche unterschiedlicher Jahrgangsstufen in der Landeshauptstadt, bei denen die Politik im Bayerischen Landtag und in der Bayerischen Landesregierung stets hautnah erlebt werden kann.

 

Eine wichtige Rolle spielt die politische Bildung am MW-Gymnasium auch in den W-Seminaren. In den letzten Jahren beschäftigten sich die Schülerinnen beispielsweise mit dem Unrechtsstaat in der DDR oder mit der Frage „Frieden – eine Utopie?“ In diesem Schuljahr befassen sich einige von uns in ihrem W-Seminar mit dem Thema „Der Erste Weltkrieg – Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“. Dieser Kurs besuchte bereits ein Theaterstück zum Thema „Der große Krieg und die Frauen“ sowie die Ausstellung „Damenwahl – 100 Jahre Frauenwahlrecht“ in Frankfurt am Main. Außerdem ist, ganz im Sinne der deutsch-französischen Verständigung, eine Fahrt nach Verdun geplant.

 

Der hier gezeigte Überblick beinhaltet nur eine kleine Auswahl von Aktivitäten im Fachbereich Geschichte und Sozialkunde aus den vergangenen Schuljahren. Man sieht also, politische Bildung wird bereits seit Jahrzehnten am Maria-Ward-Gymnasium sehr groß geschrieben. Der erhaltene Anerkennungspreis der Bayerischen Einigung steht für das Engagement aller aktuellen Schülerinnen und Lehrkräfte des Maria-Ward-Gymnasiums und auch vieler ehemaliger Schülerinnen und Lehrkräfte und ist Ansporn und Motivation für die Zukunft.

 

Miriam Bergmann, Lina Schmitt (Q11), Anna Schreiber

 

Ein Mitschnitt des Festakts ist erreichbar unter

http://www.bayerische-volksstiftung.de/startseite.html

oder unter:

https://www.youtube.com/watch?v=Hwd4_Qv6tgA&feature=youtu.be

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