2010 Frankreich / Straßburg / Schüleraustausch
 
Karambolage: Eintauchen in die französische Kultur  
 
Schüleraustausch mit der Straßburger Partnerschule St. Clotilde vom 20.-26. März 2010
 
(Teile der Klassen 10a und 10b mit Frau Jäkel und Frau Müller)
 
20.03. 8:30 Uhr: Die Schülerinnen der MWS warten gebannt in der Lamprechtstraße auf den Bus, der sie nach Frankreich chauffieren sollte. Jedoch machten sich in den Minuten vor der Abfahrt ernsthafte Zweifel breit, ob es auch die richtige Entscheidung war, sich auf die Reise in ein fremdes Land, eine fremde Familie und eine fremde Kultur zu machen. Man fragte sich, ob man nun Froschschenkel gepaart mit köstlichen, frittierten Kuheutern vorgesetzt bekommen würde. Auch die Sprache bereitete den meisten Kopfschmerzen, wobei sich manch eine schon auf Zeichensprache vorbereitet hatte. Auch das Übergepäck reichte nicht aus, um die Zweifel nach etwas Vergessenem auszulöschen und seien es nur die fehlenden Taschentücher. Nach einigen Minuten Verspätung, die den Schülerinnen allerdings wie Stunden vorkamen, traf der Reisebus ein. Auf ging es nach Straßburg.
Spätestens nach der Überquerung der deutsch-französischen Grenze machten sich die Schülerinnen über ihre Wörterbücher her und versuchten den vermeintlich lückenhaften Wortschatz aufzubessern. Es wurden Wörter nachgeschlagen, die man eigentlich im ersten Lehrjahr der französischen Sprache hätte verinnerlicht haben sollen, so zum Beispiel das Allerweltswort serviette, das sich als Handtuch entpuppte. 
Vor der Schule in Straßburg warteten bereits freudig alle Austauschpartner. Jedoch versteckten sich die Deutschen hinter dem Bus, bevor schließlich jemand den Anfang machte und die Straße, die sie von den Franzosen trennte, überquerte. Darauf folgten alle anderen, doch angekommen wusste keiner so recht, bei wem man denn nun die Woche verbringen würde. Doch zu guter Letzt fand jede ihre Familie. Küsschen links, Küsschen rechts, und schon ging es ab in die Familien.
 
Wochenende mit den Familien
Schon gleich wurde deutlich, dass sich die Befürchtungen der Schülerinnen nicht bewahrheiteten: das Essen gefiel, und die meisten Familien verlangsamten ihr Sprechtempo, wenn sie sich mit den deutschen Gästen unterhielten. Die Freizeitgestaltung am Wochenende war sehr unterschiedlich, wobei sich einige auf Geld ausgeben und andere auf sportliche Aktivitäten, wie Bowling oder Eislaufen, spezialisierten.
 
Montag: Besuch der Schule und Bootstour auf der Ill
Die Wiedersehensfreude nach dem anstrengenden Wochenende, an dem die meisten selbstverständlich kein Wort Deutsch hörten, war dementsprechend groß („…Ich glaube, ich werde hier noch verrückt - ich denke schon auf Französisch! Endlich mal ein Wort Deutsch!“). Der Unterrichtsbesuch bestand aus einer Sportstunde in einem Fitnessstudio, zusammen mit den französischen Schülern. Diese strampelten sich das leckere Frühstück ab oder saßen einfach nur vor den Geräten und hofften, dass die Kilos auch so purzeln würden. Als sie schließlich wieder in der Schule waren, schauten die Schülerinnen statt einem Dokumentarfilm über das Elsass eine allem Anschein nach sehr lustige Komödie, die allerdings teilweise schwer zu verstehen war. Aber Frau Müller und Frau Jäkel amüsierten sich prächtig. 
Nach der Mittagspause, in der einige Mädchen niedliche Bäckereien außerhalb des Schulgeländes entdeckten, machten sich die Schülerinnen auf den Weg zum Hafen, an dem ein Sightseeing-Boot auf sie wartete. In Sitzen, die kurz davor waren nachzugeben, und mit 15-sprachigem Entertainment verbrachten sie eine Stunde auf der Ill und erfuhren dabei manche bizarren Dinge, beispielsweise die Herkunft des Sauerkrauts (Wer hätte gedacht, dass dieses ursprünglich aus China kommt?). Allerdings bekamen sie auch viel Interessantes mitgeteilt und konnten so die Schönheit Straßburgs aus einem anderen Blickwinkel bewundern.
 
Dienstag: Empfang in der Schule, Besuch der Stadt und des Museums der modernen und zeitgenössischen Kunst
Morgens empfing die Schülerinnen Madame Jambois, stellvertretende Schulleiterin von St. Clotilde, und man konnte ein zweites Frühstück zu sich nehmen. Frau Müller übernahm die Stadtführung und erzählte einiges über Straßburg und die imposante Kathedrale mit der berühmten astrologischen Uhr, die besichtigt wurde. Danach ging es in das Museum der modernen und zeitgenössischen Kunst, in dem man auch selbst kreativ sein durfte.
 
Mittwoch: Exkursion nach Colmar
Mit dem Zug ging es in die Stadt, durch die der Fluss Lauch fließt. Frau Jäkel wusste viel über Colmar zu berichten, so begegneten den Schülerinnen einige Kunstwerke von Bartholdi und Schongauer. Daraufhin genoss man das schöne Wetter in einer kleinen Grünanlage oder ging shoppen.
 
Donnerstag: Straßburg - Schokoladenmuseum und Europaparlament
Zuerst ging es in das von allen heißersehnte Schokoladenmuseum. Die Schokolade erzählte ihre Geschichte und berichtete über ihre Reise von der Staude zur fertigen, zart schmelzenden Schokoladentafel. Es wurde vorgeführt, wie Figuren aus Schokolade gemacht werden, und man durfte naschen. Auch konnte man ein Schokoladensouvenir (beispielsweise in Form von Seife oder Parfum) erwerben.
Danach ging es zum wohl bekanntesten Gebäude in ganz Straßburg, dem Europaparlament. Ein imposanter Gebäudekomplex und eine wirkliche interessante Führung machten dieses Ziel für einige zum absoluten Highlight der ganzen Woche.
 
Freitag: Abreise
Nach einer wunderbaren Woche in Frankreich mussten die Schülerinnen schon bald Adieu sagen und verließen ihre Gastfamilien mit manch einer Träne im Auge. Doch bald sollten sich die Austauschpartner wiedersehen, wenn es heißt „Hallo Deutschland“ und die Franzosen in Aschaffenburg eintrudeln. Den Schülerinnen hat es gefallen und sie können nur jeder 10. Klässlerin, die die schönste Sprache der Welt lernt, empfehlen, an dem Austauschprogramm teilzunehmen. Wir danken Frau Jäkel und Frau Müller für die Organisation!
Vanessa Rickert und Lena Barleben, 10a
 
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