Warum Poole?

 

 

POOLE  IST  COOL!

In manchen Schuljahren sogar so cool, dass wir gleich zweimal – in den Pfingstferien und am Ende des Schuljahres – hinfahren mussten, weil wir so viele interessiert Schülerinnen hatten, dass eine Busladung nicht gereicht hätte, um alle mitzunehmen.

Was ist denn an diesem Land eigentlich so cool? Man kennt doch die Frage, die Obelix stellte, als er englischen Boden betrat: Er wollte wissen, ob dort immer so dicker Nebel herrsche. Man antwortete ihm, dass dies keinesfalls so sei; bei Regen gebe es keinen Nebel. Und dann noch die Stelle, wo der Dicke Wildschwein in Minzesoße vorgesetzt bekommt und er angewidert „Das arme Wildschwein!“ bedauert.

Nun, es gab Jahre, in denen war es auf der zweiten tour schon eher unangenehm heiß; selbst die Nähe des Meeres tat hier keine Abhilfe mehr. Beschwerden über das Essen gab es dann – wieder einmal! – keine. Nur einmal staunte ich etwas, als zwei Mädchen berichteten, man habe ihnen zum Abendessen Pizza mit Pommes vorgesetzt. Allerdings staunte ich weniger über die für einen deutschen Gaumen vielleicht etwas ungewöhnliche Kombination, sondern darüber, dass den Mädchen das schmeckte und sie sich ernsthaft fragten, warum ihnen das nicht schon selber zu Hause eingefallen sei; eigentlich wäre Pizza mit Pommes doch nahe liegend … Von einer Familie wird mir berichtet, dass „beans on toast“ mittlerweile fester Bestandteil des Repertoires geworden ist.

Zwei Wochen dauert so ein Aufenthalt. Die Schülerinnen wohnen jeweils zu zweit in einer Gastfamilie. Morgens besuchen sie die EAGLE INTERNATIONAL SCHOOL, wo englische Lehrkräfte ihnen die Sprache nahe bringen. In der zweiten Tageshälfte gibt es ein gemischtes Programm, bestehend aus Ausflügen in die nähere und weitere Umgebung, Strandbesuchen, Sport und Kultur. Einmal fahren wir für einen ganzen Tag nach London, wo wir oft mit dem weltberühmten "London Eye" fahren und in Kleingruppen je nach Interessenlage die Stadt erforschen.

Was bringt’s? Angesichts des Reisepreises ist die Frage mehr als berechtigt. Eine Garantie, dass hinterher die Noten besser werden, gibt es nicht. Aber für viele Schülerinnen ist es ein ungeheures Erlebnis, wenn sie merken, dass die Engländer sie tatsächlich verstehen und dass sie selbst wiederum viel mehr verstehen, als sie selbst von sich geglaubt hätten. Plötzlich sieht man den Sinn im Grammatik- und Vokabelpauken, merkt, dass es sich lohnt. Dann wird die etwas schlaff gewordene Motivation wieder geweckt; non scholae, sed vitae discimus! (Zumindest in diesem beschriebenen Falle.) Wenn das eintritt, dann hat sich die Reise „gelohnt“, dann hat ein junger Mensch den Zusammenhang zwischen Lernen und Leben verstanden. Und das sollte einem ’nen Euro wert sein.

 Helmut Hessler