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Luisa Kaiser spielt »Les Chasseurs« von Cornelius Gurlitt auf dem Engelsinstrument. Foto: Christine Blume-Esterer
Luisa Kaiser spielt »Les Chasseurs« von Cornelius Gurlitt auf dem Engelsinstrument.  
Foto: Christine Blume-Esterer  
 
 Foto: Christine Blume-Esterer
Großer Chor und Kammerorchester spielen »O come, o come Emmanuel«, eine Melodie aus dem 13. Jahrhundert. Foto: Christine Blume-Esterer  

  

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Weihnachtsklänge im Januar
Musik: Maria-Ward-Schule holt ausgefallenes Konzert nach – Aula voll besetzt 
ASCHAFFENBURG. Weihnachtslieder Mitte Januar: Weil am 21. Dezember der Schnee einen halben Meter hoch lag, wollte die Maria-Ward-Schule niemandem den gefährlichen Weg zum Vorweihnachtskonzert zumuten. Nun wurde es am Donnerstagabend als nachweihnachtliches Musikereignis nachgeholt. Weil sich die Zuhörer in der voll besetzten neuen Aula keine Sorgen über den Heimweg machen mussten, konnten sie das abwechslungsreiche Programm umso mehr genießen.
 
 Nichts war geändert worden am vorgesehenen Ablauf. Auch die original Faltblätter seien aus Kostengründen nicht eingestampft worden, sagte Schulleiter Burkard Bauer. Er erzählte, in seiner Heimat habe früher die Weihnachtszeit bis Mariä Lichtmess am 2. Februar gedauert. Erst dann seien Baum und Krippe abgeräumt worden.
Doch ganz so weihnachtlich, wie der Kammerchor unter der Leitung von Barbara Steigerwald das Konzert mit »Es ist ein Ros' entsprungen« und »Jubilate deo« eröffnete, wurde es dann doch nicht. Vielmehr war es ein heimeliges Winter-Musizieren mit ein bisschen Lampenfieber, viel Applaus und Geschenken für die Ausführenden. Jede teilnehmende Schülerin bekam eine goldene Schneeflocke vom Elternbeirat.
 
Vivaldi mit Gefühl Wunderschönes gab es zu hören, etwa Antonio Vivaldis Konzert in d-Moll, opus 3 Nummer 11, für zwei Violinen, Violoncello, Streicher und Basso. Mit viel Gefühl, Rhythmus und Dynamik machte das Kammerorchester unter der Leitung von Annette Schupp die fünfsätzige Barock-Komposition zu einem Glanzpunkt des Abends. Die Soloviolinen spielten Felicitas Niebler, Sonja Wolz und Anne Quatraccioni. Das Allegro con ritmo aus Leroy Andersons »Sleigh Ride« (Schlittenfahrt), arrangiert von David E. Stone, war ein weiterer musikalischer Glanzpunkt. Das große Orchester zauberte zusammen mit dem Bläserensemble Winteratmosphäre.
Da bimmelten die Glöckchen am Pferdeschlitten und insgeheim war so mancher Zuhörer bestimmt froh, dass die weiße Pracht nur in der Vorstellung existierte. Andersons modernes und sehr lebhaftes Stück bildete einen reizvollen Kontrast zum freudig-getragenen »Con moto« aus Felix Mendelssohn- Bartholdys Weihnachtsmusik, opus 72 Nummer 3.
Elegantes, ebenfalls aus dem Barock, präsentierten die Zehntklässlerinnen Katrin Erdmann und Laura Stadtmüller, unterstützt von Musiklehrerin Barbara Schedelbeck, an der Querflöte. Für das Grave und Vivace aus Georg Philipp Telemanns Concerto in a-Moll ernteten sie begeisterten Applaus. Klein, aber absolut fein gespielt waren die drei musikalischen Miniaturen, mit denen die Sechstklässlerin Luisa Kaiser an der Harfe aufhorchen ließ: »Marelles numéro 7« Bernard Andrés, »Les chasseurs« von Cornelius Gurlitt (1850 bis 1936) und »Amsterdam« von Christoph Pampuch (geboren 1959). Die Siebtklässlerin Elisabeth Schedlmeier hat sich ebenfalls für das eher selten gespielte und schwierige Instrument Harfe entschieden und punktete mit der »Rimbambella « von Andrés.
Blockflöten sind ein Muss für ein Weihnachtskonzert. Das achtköpfige Schulensemble unter der Leitung von Barbara Schedelbeck hatte sich Anspruchsvolles von Händel und Holborne ausgesucht. Ganz allein trug Blockflötistin Carmen Langhammer Fiedlers »Schneeflöckchen«-Arrangement vor.
 
Sturm der Begeisterung Im zweiten Teil des Konzerts war dann aber Schluss mit der Blockflöten-Beschaulichkeit. Die drei Oberstufenschülerinnen, die sich »Akustiktrio« nennen und von Lehrer Christian Nötscher musikalisch betreut werden, ließen es swingen mit dem sehr modern und soulig dargebotenen Spiritual »This Little Light«.
Mit Ray Charles' »Hit the Road, Jack« entfachte das Trio einen Sturm der Begeisterung. Der große Chor, dirigiert von Barbara Steigerwald und am Klavier begleitet von Robert Eidenschink, setzte zum Schluss noch eins drauf mit John Rutters »Christmas Lullaby« und Norbert Glanzbergs herrlich romantischem Chorsatz »Noel, c'est l'amour« (Weihnachten ist Liebe), himmlisch untermalt mit Flöten- und Geigenklängen.  Melanie Pollinger
Main-Echo vom 22.01.2011  
 

  

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