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Foto: Harald Schreiber
Sonja Brunner (links) und Anika Geißler sind direkt nach dem Realschulabschluss an das Maria-Ward-Gymnasium gewechselt: Sie sind die ersten Schülerinnen in Aschaffenburg, die auf diesem Weg nach zwölf Jahren Schulzeit Abitur gemacht haben. Foto: Harald Schreiber; Main-Echo vom 29.07.2011

  

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Abitur nach zwei Jahren Gymnasium
 Bildung: Sonja Brunner und Anika Geißler sind nach der Realschule in die Kollegstufe gewechselt – Zwölf Jahre Schulzeit
ASCHAFFENBURG. Sie haben es geschafft: Sonja Brunner und Anika Geißler haben ihr Abi in der Tasche. Dabei haben die beiden 18-Jährigen gerade mal zwei Jahre lang das Gymnasium besucht. Sie sind die ersten Schülerinnen auf der Aschaffenburger Maria-Ward- Schule (MWS), die direkt nach dem Realschulabschluss die neue gymnasiale Oberstufe angehängt haben und so nach regulären zwölf Jahren Schulzeit Abitur gemacht haben. »Kein Abschluss ohne Anschluss«: Die CSU hat diesen Ausspruch zum Leitsatz der bayerischen Bildungspolitik gekürt. Im Fall von Sonja Brunner und Anika Geißler hat das theoretische Motto auch in der Realität funktioniert. Denn die zweijährige Oberstufe beginnt im achtjährigen Gymnasium (G8) in der elften Klasse – nach dem Realschulabschluss in der zehnten Klasse konnten die beiden jungen Frauen also direkt in die neue Schulform starten.
 
Weniger Wochenstunden
Die Oberstufe des neuen G8 hat ihnen Vorteile eingebracht – finden Sonja Brunner und Anika Geißler. Im Vergleich zu ihren Mitabiturientinnen, die das achtjährige Gymnasium komplett absolviert haben, hatten sie in der Unter- und Mittelstufe weniger Wochenstunden und weniger Nachmittagsunterricht, erklärt Sonja Brunner. Schwer gefallen sei es ihnen nicht, im Schulstoff mitzukommen, sagen die beiden Abiturientinnen einstimmig. Wichtigste Voraussetzungen für das Abitur nach der Mittleren Reife: Der Schüler muss schon in der Realschule eine zweite Fremdsprache neben Englisch belegt haben, denn fürs bayerische Abitur sind zwei Fremdsprachen Voraussetzung. Wer direkt von der Realschule aufs Gymnasium will, muss außerdem die richtigen Noten mitbringen: Ein Schnitt von 1,5 in Deutsch, Mathe und in der ersten Fremdsprache ist Bedingung.
 
Einzelfallentscheidung
Ob Schüler und Schule das Wagnis eingehen wollen, ist aber letztlich auch eine Einzelfallentscheidung: Da unter dem Dach der Maria-Ward-Schule sowohl Gymnasium als auch Realschule vereint sind, war der Wechsel für Sonja Brunner keine große Umstellung: Die Bessenbacherin besuchte zuvor die Maria-Ward-Realschule, engagierte sich in der Schulfamilie und war schnell begeistert, als ein Lehrer den Wechsel ans Gymnasium vorschlug.
Anika Geißler wechselte dagegen erst im September 2009 und auf Anregung einer Freundin ans Maria-Ward-Gymnasium; vorher besuchte die Strietwälderin die Staatliche Realschule für Mädchen. Ihr Abitur hätten die Absolventinnen zwar auch auf anderen Wegen bekommen können: Nach zwei Jahren Fachoberschule (Fos) hätte es aber nur die fachgebundene Hochschulreife gegeben; drei Jahre dauert es an der Fos, die volle Hochschulreife zu erwerben.
 
Dieser Zeitgewinn sei es auch, was neu ist an diesem wenig bekannten Weg zum Abitur, ergänzt MWS-Oberstufenbetreuer Bernd Zehendner. Schüler, die nach dem Realschulabschluss in die elfte Klasse Gymnasium gewechselt sind und nach der 13. Klasse ihr Abitur gemacht haben, habe es auch schon früher gegeben, so Zehendner. Moni Münch Main-Echo vom 29.07.2011
 
 

 


  

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