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Laborprojekt
Technik macht sichtlich Spaß: die Maria-Ward-Schülerinnen Christina und Maria Hock sowie Anastasia Zisch (von links) beim Versuchsaufbau im Labor. Die drei nehmen am ganzjährigen Hochschul-Praktikum teil, das von der Heraeus-Stiftung gefördert wird. Victoria Schilde

  

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Von der Schulbank ins Hochschullabor

Bildung: Pilotprojekt mit Maria-Ward-Schülerinnen

Aschaffenburg Das Thema lässt jeden Nichtfachmann, dessen Physikunterricht schon eine Weile zurückliegt, erst einmal schlucken: "Polarisationseigenschaften von Licht und deren Nutzung" heißt das Thema, das die drei Maria-Ward-Schülerinnen Anastasia Zisch, Christina und Maria Hock seit Oktober in einem Pilotprojekt an der Aschaffenburger Hochschule bearbeiten. Klingt kompliziert. Dabei hat fast jeder die Polarisationseigenschaften von Licht schon einmal erlebt, weiß Professor Ralf Hellmann, der an der Hochschule das Projekt betreut. "Wer eine Sonnenbrille oder ein Handy besitzt, nutzt die Eigenschaften eines Polarisationsfilters."
Ein Praktikum, wie das der drei Maria-Ward- Schülerinnen, ist neu an der Hochschule. Bislang dauerten Workshops und Vorlesungen mit Jugendlichen und Kindern allenfalls einige Tage. Das jetzige Projekt, das mit 1500 Euro von der Wilhelm-und-Else-Heraeus-Stiftung bezuschusst wird, zieht sich über ein ganzes Schuljahr hin und ist anspruchsvoll.
Die Mädchen lernen ganz praktisch den Studienalltag kennen, sagt Hellmann. Und das geht über das rein fachliche hinaus. Die Schülerinnen sollen lernen, ein Thema eigenständig zu erarbeiten und umzusetzen. Ein ganzheitlicher Ansatz, sagt Hellmann. Die Schülerinnen bereiten die Versuchsanordnung vor und dokumentieren das Ganze.
Physiklehrer Bernd H. Zehendner von der Maria-Ward-Schule hat die drei jungen Frauen ausgewählt, die ein besonderes Interesse an Physik mitbringen müssen. "Die Arbeit geht weit über das Schulniveau hinaus", so Hellmann.
Insgesamt 8000 Euro hat die Hochschule in das Projekt investiert und für das Praktikum Spiegel, Linsen und anderes optisches Gerät sowie Hochspannungsgeräte angeschafft. Kosten, die der Stiftungszuschuss in Höhe von 1500 Euro nur zum Teil deckt. Im Gebäude 2 steht den jungen Forscherinnen ein Labortisch zur Verfügung. Ein Mal pro Woche kommen die drei vorbei, um an dem Versuch zu arbeiten.
"Das geschieht ohne Druck", versichert der Professor. Benotet wird das Ganze nicht. "Es soll Spaß machen." Schließlich erhofft sich der männerdominierte Fachbereich Ingenieurwissenschaften von der Zusammenarbeit mit der Maria-Ward-Schule auch, junge Frauen für das Ingenieursstudium zu begeistern.
"Auch die Hochschule profitiert von der Arbeit der Schülerinnen", ist Hellmann sicher. Der von ihnen erarbeitete Versuchsaufbau soll ab dem kommenden Wintersemester von "richtigen" Studenten genutzt werden.
Wie realitätsnah das Ganze ist, haben die Schülerinnen schon im Winter erlebt. Eigentlich sollte der praktische Teil der Arbeit im Hochschullabor bereits im Dezember beginnen. Wegen Verzögerung bei der Lieferung des bestellten Arbeitsmaterials konnten die drei erst im Januar beginnen. "Das ist wie im richtigen Leben", weiß Hellmann. "In Firmen gehören derlei Probleme zum Alltag." ab
Main-Echo vom 07.05.2008

  

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