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»Erlkönig« in neuem Kleid

Heute noch einmal Theater an der Maria-Ward-Schule

Aschaffenburg. »Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?« Goethes berühmte Ballade kam zwar im Theaterstück der Maria-Ward-Schule vor, doch erwartete die Zuschauer alles andere als Weimarer Klassik. Mit ihrem selbstgeschriebenen Krimi »Der Erlkönig« feierten die Schülerinnen der Theater-AG am Dienstag in der gut besetzten Turnhalle der Schule Premiere. Heute Abend ist er noch einmal zu sehen.

Die Theatergruppe um Regisseurin Carolin Berger (herrlich skurril gespielt von Ulrike Gnandt) probt Goethes »Faust - der Tragödie erster Teil«. Doch als die Hauptdarstellerin tot gefunden wird, finden die Proben ein jähes Ende. Die Kommissarin Luisa De Lacardia (Corinna Schwarz) und ihr Kollege Johannes Grünbaum (Eva Kirbach) nehmen die Ermittlungen zu Merle Königs Tod auf und müssen feststellen, dass sämtliche Mitglieder des Ensembles verdächtig sind.

Da ist zum Beispiel die Schauspielerin Doro (Sandra Zimmer), die nach Merles Tod die Hauptrolle übernommen hat, oder Alexandra (Melina Rademacher), die eifersüchtig auf Merle war. Selbst die Regisseurin hätte einen Grund gehabt, sich an der Toten zu rächen. Und was ist mit der verbitterten Luna König (Miriam Yusufi), die ihre Schwester gehasst zu haben scheint? Die Ermittler stoßen auf düstere Geheimnisse, und selbst Polizist Grünbaum scheint etwas aus seiner Vergangenheit zu verbergen.

Die Schülerinnen der Theater-AG boten ihrem Publikum einen kurzweiligen, fast zweistündigen Krimiabend und ernteten den verdienten Lohn für ihre Arbeit - wie könnte es beim Theater anders sein: Applaus. Elternbeirätin Barbara Hofmann überreichte den Schauspielerinnen und den Helfern im Hintergrund rote Rosen und verkündete, spätestens seit diesem Stück sei sie ein Fan der Gruppe.

Warum die Theater-Arbeitsgruppe das Stück »Der Erlkönig« genannt hat, klärt sich erst zum Finale. Bei Goethe ist der Erlkönig ein dämonischer, todbringender Verführer. Damit hat das Theaterstück der Maria-Ward Schule nichts zu tun. Oder doch...?

Ari
Main-Echo vom 26.07.2007


  

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