» Ehemalige » Daniela Schmidt    Sunday, May 20, 2012    Register    Login

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Pfarrer Waldemar Kilb gibt der Missionarin auf Zeit, Daniela Schmidt, den Segen und entsendet sie in ihren Dienst.  Foto: Alfons Opolka

Missionarin auf Zeit
Freiwilligendienst: Daniela Schmidt unterstützt ein Jahr lang die »Armen Schulschwestern« in Guatemala
LEIDERSBACH. Daniela Schmidt ist Missionarin auf Zeit. Am Sonntagmorgen hat Pfarrer Waldemar Kilb die gebürtige Leidersbacherin nach Guatemala ausgesandt. Ein Familiengottesdienst war der würdige Rahmen für dieses erfreuliche Ereignis. Sabine Kuhn und Maria Joeres, zwei Kommilitoninnen der Neumissionarin verstärkten die Gesangs- und Musikgruppe und nahmen so Abschied von ihrer Studienbegleiterin. Pfarrer Kilb freute sich besonders darüber, dass Daniela Schmitt ihre religiösen Wurzeln in Leidersbach hat. So war sie lange Jahre Ministrantin und Lektorin in der Pfarrgemeinde Sankt Jakobus. Er griff das Eingangslied des Gottesdienstes »Komm steig in das Boot, komm verlasse deine Insel« auf, in dem auch »vom Aufbruch wagen und Neuem entdecken« die Rede ist. Er versprach, dass Daniela Schmidt während ihrem missionarischen Wirken von der Heimatpfarrei unterstützt und durch Gebete begleitet wird.
Daniela Schmidt studierte in Würzburg Latein und Religion auf Lehramt für Gymnasien. Im letzten Studienabschnitt reifte in ihr das Vorhaben, ein Jahr lang über die »Armen Schulschwestern « im Rahmen eines entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes nach Guatemala zu gehen. In Santa Cruz del Quiche wird sie zwei Schwestern des Ordens unterstützen. Sie wird Kommunion- und Firmunterricht geben, Kindern bei den Hausaufgaben helfen und in einem gerade neu ins Leben gerufenen Radiosender mitwirken. Ein Zitat von Mutter Teresa ist ihr Leitmotto, sagt Daniela Schmidt:
»Wir können keine großen Dinge vollbringen – nur kleine, aber die mit großer Liebe.«
Die Armut in der Welt war das Motiv für ihren Freiwilligendienst, denn mehr als eine Milliarde Menschen leben am Rande des Existenzminimums und 30 000 Menschen sterben täglich an Ursachen, die mit Armut und Hunger in Verbindung gebracht werden. Allein von den »Armen Schulschwestern« werden 2010 acht junge Menschen nach Peru, Brasilien, Gambia, Honduras und Guatemala ausgesandt. Daniela Schmidt ist davon als einzige in Guatemala tätig. Dieser Staat in Mittelamerika grenzt an Mexiko, Belize, El Salvador und Honduras an. Das Departement El Quiche, in dem Santa Cruz del Quiche liegt, wo Daniela Schmidt wirken wird, zieht sich vom warmen Tiefland an der mexikanischen Grenze weit in den Süden bis nördlich des Atitlan-Sees.
 
21 Mayasprachen Das Departement gehört zu den Regionen mit der ärmsten Bevölkerung mit einer Analphabetenrate von mehr als der Hälfte der Indigenas (so heißen die Einheimischen). Wie in fast allen lateinamerikanischen Ländern stellt die katholische Kirche einen wesentlichen Faktor im politischen und alltäglichen Leben dar. 60 Prozent der Guatemalteken gehören dem katholischen Glauben an. In Guatemala gibt es 21 Mayasprachen, eine Verständigung ist nur über die offizielle Landessprache Spanisch möglich. Daniela Schmidt hofft, dass sie während ihres einjährigen Aufenthaltes in Santa Cruz del Quiche die Kinder, Jugendlichen und die Armen unterstützen und begleiten kann, dass sie ihre Erfahrungen dort einbringen kann, und, dass sie auch nach ihrer Rückkehr nach Deutschland weiterhin unterstützend für die Region dort tätig sein kann.
Alfons Opolka Main-Echo vom 7.Juli 2010    Foto: Alfons Opolka

  

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Hintergrund:
Missionar(in) auf Zeit Das Projekt »Missionar(in) auf Zeit« ist ein Angebot verschiedener Orden an junge Christen, Missionsarbeit bei einem zeitlich befristeten Einsatz in einer anderen Kultur kennen zu lernen. »Mitleben, mitbeten und mitarbeiten« lautet das Motto des Projektes. Der Orden der »Armen Schulschwestern« bietet ausschließlich jungen Frauen ab 18 Jahren die Möglichkeit, ein Jahr in einer ausländischen Schwesterngemeinschaft mitzuleben, den einfachen Lebensstil zu teilen und in deren Dienst an den Armen unentgeltlich mitzuarbeiten. Dieser internationale Freiwilligendienst lebt von Enthusiasmus und Engagement der jungen Frauen, die ihre Zeit, Kraft und Begabung einbringen. Er lebt aber auch von der Gastfreundschaft, der Offenheit und dem kulturellen Reichtum der Menschen in den Einsatzländern. Voraussetzungen für diesen Dienst sind die Motivation, Glauben und Leben mit Menschen einer anderen Kultur zu teilen; soziales und kirchliches Engagement; die Fähigkeit, sich auf einen einfachen Lebensstil und gemeinschaftliches Leben und Arbeiten einzulassen; Bereitschaft, sich mit den christlichen Werten auseinanderzusetzen und Offenheit für Werte und Fragen anderer Kulturen sowie gute psychische und physische Belastbarkeit und gute Sprachkenntnisse. Die Finanzierung des Projektes geschieht über Zuschüsse aus dem Programm »weltwärts « des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und der Diözesen. Ein Großteil muss jedoch durch einen »Solidaritätskreis« aufgebracht werden. Dieser Kreis unterstützt durch Spenden und Erlösen aus Aktionen den Einsatz. (opo)
Main-Echo vom 7.Juli 2010     

  

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