Barock und Bolero
Abschlusskonzert: Orchester und Solisten der Ingelheim-Musikschule zeigen ihr Können
DAMMBACH. Kann man eine 19-Jährige für 23 Jahre engagiertes Lernen an einer Musikschule ehren? Bürgermeister Roland Bauer hat es jedenfalls versucht, als jüngst die Schülerinnen und Schüler der Albrecht Graf von Ingelheim- Musikschule in Dammbach ihr Abschlusskonzert gaben.
Die vielseitig begabte Anne Quatraccioni nahm es Bauer nicht übel, dass er sie einige Jahre älter gemacht hatte – immerhin erwähnte er wahrheitsgemäß, dass die 19-Jährige, die Klavier, Violine und Flöte spielt und nach dem Abitur Musik studieren wird, die Musikschule oft bei Wettbewerben erfolgreich vertreten hat.
In der Dammbachtalhalle in Krausenbach präsentierte neben Anne Quatraccioni auch das Orchester der Musikschule, was im zurückliegenden Jahr geprobt worden war. Barocke Stücke von Telemann und Vivaldi spielten Katharina Fath und Katharina Quatraccioni an der Querflöte, Julika Bachmann und Margit Steinborn an der Altflöte sowie Jessica Bachmann und Sophia Fath (beide Violine).
Begleitet wurden sie von Michael Steinborn am Klavier. Das Ensemble unter der Leitung von Doris Völcker intonierte sicher. Bravourös: Sophia Fath an der Solovioline. Christine Heim interpretierte mit ihren Saxofon-Schülerinnen Katharina Quatraccioni und Isabella Amrhein eine Ouvertüre von Faber und ein Scherzino von Haydn, arrangiert für Saxofon. Beim Evergreen »The Entertainer « von Scott Joplin sprang der Funke aufs Publikum über.
Geigen und Trompeten Anschließend zupfte Angelina Anselmi, die von Naomi Masuoka-Gärtner unterrichtet wird, einen Bolero von Joep Wanders. Und Sebastian Ackermann aus der Klasse von Benedikt Schaut hatte für sein Trompetensolo auch ein Stück des Barock-Komponisten Teleman gewählt. Jessica Dierks schließlich spielte, begleitet von ihrer Lehrerin Christine Heim, auf der Klarinette eine Bearbeitung des Volkslieds »Hamburger Veermaster« und einen Marsch aus einem Duettbuch um 1740.
Freundlichen Applaus erhielt der sechsjährige Timo Bauer am Akkordeon. Seine Lehrerin und Leiterin der Musikschule, Professor Dr. Alma Flammersberger, hatte das Stück »Papa's Hobby« von Renato Bui mit ihm eingeübt. Auch das Trompetentrio, bestehend aus Angelina Adam und Giuseppe Baio, die mit ihrem Lehrer Benedikt Schaut je eine Miniatur von Jacob de Haan und André Waignein spielten, kam gut an. Schaut spielte später mit Stefan Schneider ein erfrischendes Trompetenduett von Hans- Peter Salentin. Temperamentvoll präsentierten sich die vier Mädchen vom Chor der Musikschule: Sie spielten und sangen »Höchste Eisenbahn« und versetzten die Zuhörer in die gute alte Dampflokzeit. Beim Schwimmbad-Twist von Peter Schindler mit Texten von Lehrerin Christine Heim traten sie sogar in Bademode auf.
Wunderbar anzuhören war auch das von den Schwestern Anna und Maria Bachmann vierhändig dargebotene Menuett aus der »Kleinen Nachtmusik« von Wolfgang Amadeus Mozart. Die Mädchen aus Heimbuchenthal werden auch von Alma Flammersberger unterrichtet. Höchst anspruchsvoll die »Tango- Etüde Nr. 4« von Astor Piazzolla, die Katharina Quatraccioni souverän auf der Querflöte spielte, einfühlsam begleitet von ihrer Schwester Anne am Klavier. Letztere bewies auch bei ihrer Abschiedsvorstellung ihre Klasse an der Violine: Michael Steinborn begleitete sie am Klavier beim Allegretto aus dem »Duo Concertante op 57 Nr. 3« von Charles-Auguste de Bériot, ein Stück, das hohe Anforderungen stellt – und mit Bravour gemeistert wurde.
Zum Ende der Veranstaltung warb Roland Bauer vom Freundeskreis der Musikschule um Unterstützung für den Verein, der die Defizite der Musikschule übernimmt, Instrumente finanziert und Veranstaltungen vorbereitet. Karl-Heinz Klameth Main-Echo vom 7.7.2011
Laut Auskunft von Anne Quatraccioni hat sich ihr gewünschter Studiengang etwas geändert Anmerkung Webadmin 19.7.2011