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Bericht

Ab(i) nach Calella

Studienfahrt der Q12 nach Katalonien

16. – 22.09.2017

 

Bereits über ein Jahr vor der Studienfahrt wurde unser genauer Zielort in der gesamten Jahrgangsstufe heftig diskutiert. Dass es nach Spanien ging stand schon im Vorfeld fest - aber sollte die Küste oder das Landesinnere bereist werden? Die Entscheidung fiel schließlich auf die beliebte Stadt Calella de la Costa, die an der Costa del Maresme, südlich der Costa Brava liegt. Die umfangreiche Planung übernahm das darauf ausgerichtete P-Seminar mit dem Leitfach Spanisch unter der Leitung von Frau Kleinschnitz.

 

Auch den Studientag am Vortag der Abreise organisierte das engagierte P-Seminar-Team. Hier wurden dem gesamten Jahrgang in verschiedenen Gruppen einige Grundlagen der spanischen Sprache, Küche und Geographie sowie der katalanischen Kunst und Kultur nahegebracht und alle Fragen zur Studienfahrt geklärt.

 

Über 1 300 km trennten uns von unserem Reiseziel, als wir uns am Samstagabend, dem 16. September, an der Schule in den Reisebus setzten und pünktlich um 20 Uhr unsere Nachtfahrt antraten. Das Prinzip einer solchen Nachtfahrt hatte (zumindest für die meisten) große Vorteile, so erschienen die 16 Stunden Fahrt nicht so unerträglich lang wie zunächst befürchtet. Dazu trugen auch unsere humorvollen Busfahrer Dimi und Dimi mit ihren spaßigen Sprüchen bei. Begleitet und unterstützt wurden wir außerdem von Frau Kleinschnitz, Frau Fürsattel, Frau Jäkel und unserer Oberstufenkoordinatorin Frau Körner. Früher als geplant erreichten wir am Sonntagmittag das Hotel internacional in Calella.

 

Nach der Zimmerverteilung hatten wir Zeit für die typische Eingewöhnungsphase: unsere Zimmer (und auch die aller anderen) begutachten, auspacken, kurz ausruhen und dann die Umgebung erkunden. Da sich unser Hotel in nur 50 Meter Entfernung zum Strand befand, war dieser natürlich für viele der erste Anlaufpunkt. Grobkörniger Sand, Salzwassergeruch und Sonnenschein verursachten schnell eine ordentliche Portion Urlaubsfeeling.

Anschließend stand eine Stadtrallye auf dem Programm, um einen ersten Überblick u.a. über die Sehenswürdigkeiten und Einkaufsmöglichkeiten Calellas zu bekommen. Am Abend gab es das erste Essen im Hotel, bevor wir den Tag dann nach Belieben ausklingen ließen.

 

Am Montag ging es direkt nach dem Frühstück mit dem Bus nach Figueres, wo wir ein Museum der ganz besonderen Art besuchten: das Teatre-Museu Dalí. Hier erwarteten uns unzählige Werke von Salvador Dalí in allen erdenklichen Formen, seien es verschiedenste Gemälde, skurrile Skulpturen oder ganze Räume, die etwas darstellten. Im Museum befindet sich auch das Grab des bekannten Surrealisten, dessen Grabstein betrachtet werden kann. Nach einem kurzen Aufenthalt in den Gässchen von Figueres fuhren wir auf kurvigen Straßen weiter nach Cadaqués auf der Halbinsel Cap de Creus. Auf der Fahrt zu jedem neuen Ziel bekamen wir im Bus einiges Wissenswerte für unseren Aufenthalt dort durch Mitschülerinnen des P-Seminars mitgeteilt.

Cadaqués ist eine kleine, wunderschöne Stadt direkt am Meer mit vielen Fischrestaurants, bunten Blumen, Möwen und kleinen Booten, die schon viele Künstler (u.a. Picasso) angezogen hat. Auch Dalí wohnte dort einige Zeit. Sein ehemaliges Wohnhaus an der Bucht von Portlligat wurde inzwischen zu einem Museum umgebaut, das besichtigt werden kann. Nach einer Mahlzeit bei strahlendem Sonnenschein war der „Dalí-Tag“ perfekt und wir schlugen wieder den Weg zurück zum Hotel ein.

 

Der Dienstag wurde auffallend sehnsüchtig erwartet, denn wir fuhren nach Barcelona. Frisch gestärkt ging es morgens los, sodass wir die Großstadt bereits gegen elf Uhr in der Nähe des Hafens erreichten. Beim Stadtrundgang von den Ramblas, über das gotische Viertel und den Plaça de Catalunya zum Passeig de Gràcia war für jeden Geschmack etwas dabei: sehenswerte Bauten, Märkte mit typischen Leckereien der Region und Gelegenheit zum Shopping.

Am Nachmittag fuhren wir gemeinsam ein kurzes Stück mit der Metro zur bekannten Sagrada Familia. Mit einem Audioguide passierten wir die wichtigsten Winkel der beeindruckenden Kirche, die von Antoni Gaudí im Stil des Modernisme entworfen wurde und bis heute noch nicht vollendet ist. Nach der Rückreise zum Hotel nahmen wir, etwas später als sonst, unser Abendessen ein.

 

Am Mittwoch, schon dem letzten vollständigen Tag in Spanien, hieß unser erstes Ziel Besalú. Ein Fotowettbewerb gestaltete den Aufenthalt in diesem mittelalterlichen Städtchen, das glatt als Szenerie für eine Märchenverfilmung dienen könnte, besonders kurzweilig. Auf der berühmten Pont de Besalú entstand das erste Gruppenfoto der Fahrt. Dimi und Dimi entpuppten sich hierbei immer mehr als erheiternde Begleiter.

 

Den Nachmittag verbrachten wir in Girona, einer malerischen Stadt, die ca. eine Stunde nördlich von Calella im Landesinneren liegt. Dort besichtigten wir das jüdische Viertel und die Kathedrale und genossen tolle Ausblicke von der Stadtmauer und von zahlreichen Brücken auf die bunten Häuser direkt am Fluss Onyar.

Zurück in Calella begann der Abend mit lauschigem Beisammensein am Strand. Singend stimmten wir uns auf den weiteren Verlauf der Nacht ein, die einige in der Bar „Bora Bora“ oder im Club „The Frog“ fortsetzten, um auch als Partygänger auf ihre Kosten zu kommen.

 

Ein Highlight folgte dem nächsten, denn den Donnerstagvormittag verbrachten wir auf einem Katamaran, der in Richtung Norden auf dem Meer entlang der Costa Brava schipperte. Das bedeutete tolle Landschaft zu sehen sowie im Meer schwimmen zu können, begleitet von peppiger Musik. Zurück im Hotel ging es dann ans Packen, die letzten Souvenirs wurden besorgt und nach dem Abendessen machten wir uns wieder über Nacht auf die Rückreise nach Aschaffenburg. Am frühen Freitagnachmittag richteten Dimi und Dimi ihre Abschiedsworte an uns, bevor wir kurz darauf unsere vertraute Umgebung erreichten.

Es war wohl jede froh wieder zurück in der Heimat zu sein, auch wenn wir alle eine Zeit in Spanien verbracht haben, die unvergesslich sein dürfte.

 

Johanna Weidling, Q12