„Berufeabend mit Ehemaligen“ am 11.02.2010 im Rahmen der P-Seminare
Einen vorläufigen Höhepunkt fand die Berufsorientierung für die Schülerinnen der Q 11 in dem „Ehemaligen-Abend“, zu dem zahlreiche ehemalige Schülerinnen der MWS eingeladen waren, um ihren beruflichen Werdegang vorzustellen.
Auf dem Podium der neuen Aula präsentierten schließlich zehn Frauen aus den unterschiedlichsten Jahrgängen den Schülerinnen und den zahlreichen Interessierten ihre Berufe und stellten sich den Fragen. Der Abend begann nach einer kurzen Begrüßung durch den Schulleiter Herrn Bauer mit einem Spiel: Alle Berufe der anwesenden ehemaligen Schülerinnen waren auf Tafeln geschrieben worden. Die Schülerinnen waren zunächst aufgefordert, die einzelnen Berufe den Anwesenden zuzuordnen, wobei nur zwei Treffer erzielt wurden. Der Goldschmiedin und der Rechtsanwältin wurde ihre „Berufung“ angesehen.
Mit der Vorstellung ihres Berufes begann dann auch Antonella Vigorito-Herbig, die in Würzburg Jura studiert hat, wobei sie zusätzlich in Englisch, Französisch und Italienisch eine fachsprachenspezifische Ausbildung erhielt. Nach dem Referendariat in Aschaffenburg, inklusive einer fünfjährigen Pause, um sich ihrem Sohn und ihrer Tochter zu widmen, machte sie sich in Aschaffenburg selbständig. Sie ist Fachanwältin für Familien- und Arbeitsrecht, wobei sie auch ihre Fremdsprachenkenntnisse einsetzt und sich u.a. mit dem italienischen Erbrecht befasst.
Als nächste berichtete Angela Dorn von ihrem Werdegang, der eine überraschende Wendung erhielt. Zunächst verwirklichte sie ihren Traum, Psychologie zu studieren, in Marburg. Dann wurde aus ihrem Hobby, der Politik, ihr Beruf. Heute ist sie seit 2009 jüngstes Mitglied des hessischen Landtages und dabei Sprecherin für Verbraucherschutz, Ressourcenschutz und Belange der Studierenden.
Die Unternehmerin Tanja Werner-Völker absolvierte ein BA-Studium der Fachrichtung Spedition und wurde dann Assistentin ihres Bruders im Familienunternehmen. Sie musste wegen krankheitsbedingten Ausfällen die Verantwortung im Betrieb übernehmen, obwohl sie ein zwei Wochen altes Kind hatte. Der Rückhalt in der großen Familie machte dies möglich.
Susanne Dittmeier machte auf Rat ihrer Mutter eine Ausbildung zur Bankkauffrau bei der Sparkasse und ist heute für die Ausbildung verantwortlich, wobei ihr die Arbeit mit den Jugendlichen sehr viel Spaß macht.
Sonja Staab wurde während ihrer Schulzeit in Bezug auf die Berufswahl von vielen Seiten beeinflusst. Deshalb gönnte sie sich mit einem freiwilligen sozialen Jahr erst einmal eine Auszeit und wurde anschließend Hebamme.
Nina Mattes (geb. Seubert) hatte den Mut, sich nach einem Jahr umzuorientieren, da sie feststellte, dass das Wirtschaftsingenieurstudium nicht das Richtige war. Sie wollte vor allem viel mit Leuten zu tun haben und entschloss sich dann, Pharmazie zu studieren. Inzwischen leitet sie eine Apotheke in Goldbach, wobei ihr diese Tätigkeit viel Abwechslung bietet: Medikamentenherstellung, Kontakt mit den Kunden, Verhandlung mit Vertretern, Verantwortung für das Sortiment und Wahrnehmung von Fortbildungen.
Auch über einen Umweg kam Andrea Metzger (geb. Dommermuth) zu ihrem Beruf als Grundschullehrerin. Nach einer Sparkassenlehre und zwei Jahren Arbeit als Bankkauffrau nahm sie das Studium in Gießen auf. Nach dem Referendariat in Nidderau fand sie gleich in der Nähe eine Festanstellung und ist Klassenlehrerin einer zweiten Klasse.
Als große Herausforderung sieht Melanie Becker ihren Beruf als Assistenzärztin am Klinikum Aschaffenburg. Da sie auf ihren Studienplatz warten musste, entschied sie sich für ein freiwilliges soziales Jahr in einer Klinik, das sie beendete, obwohl sie nach einem halben Jahr mit dem Studium hätte beginnen können. Obwohl sie bereits vier Jahre am Klinikum arbeitet, lastet noch die Vollendung der Doktorarbeit auf ihr. Dies erklärt sich aus der hohen Arbeitsbelastung, da ein 16-Stundentag keine Seltenheit ist. Sie ist im Fachbereich der inneren Medizin tätig.
Theresia Konrad ließ sich nach ihrem Realschulabschluss zur Goldschmiedin ausbilden. An der Zeichenakademie in Hanau legte sie die Prüfung zur staatlich geprüften Gestalterin und Meisterin in Gold- und Silberschmiedearbeit ab. Sie ist nun in Schweinheim selbständig.
Moni Münch hat bereits seit ihrer Schulzeit bei Zeitungen mitgearbeitet, sei es für die Schülerzeitung oder das Main-Echo. So entschloss sie sich, Deutsch und Englisch auf Magister zu studieren, und absolvierte danach ein Volontariat beim Main-Echo. Heute ist sie dort als Journalistin tätig, wobei sie für die Bereiche Jugend, Weibersbrunn und Stockstadt zuständig ist.
Mit großem Interesse wurden die einzelnen Vorträge verfolgt.
Den Schülerinnen der Q11 steht die Entscheidung, für welchen beruflichen Werdegang sie sich entscheiden, noch bevor. Interessant ist dann, mit Frauen zu sprechen, die vor Jahren in der gleichen Situation waren, und zu sehen, welche Wege es geben kann, insbesondere, wenn man sich für einen der vorgestellten Berufe interessiert. Ein kleine Hilfe waren auch die schmackhaften Glückskekse, die Julia Bernhard für alle gebacken hatte. Sie waren mit Zetteln gefüllt, auf denen Vorschläge für einen Beruf standen. Julia hatte für sich übrigens den Beruf der Glückskeksbäckerin gezogen. Nach einer kurzen Fragerunde blieb noch viel Gelegenheit, untereinander ins Gespräch zu kommen.
Beim Rückblick äußerten sich die Schülerinnen positiv über die Vielfalt der vorgestellten Berufe und den sehr ehrlichen und persönlichen Einblick in den Berufsalltag. Interessant waren auch die vielfältigen Informationen über die Studiengänge. Etwas verunsichert hat es manche, dass es so hohe Anforderungen in einzelnen Sparten gibt und dass einige erst über Umwege zu ihrem Beruf gefunden haben. Allerdings wurde positiv hervorgehoben, dass dies auch dazu anregt, nicht den Mut zu verlieren, wenn man merkt, dass der Studiengang nicht der richtige ist.
Angela Kalks, Angelika Körner, Mirjam Krausert, Ulrike Reidl