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Australien

  

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Mit Kraft, Optimismus und Einfühlsamkeit
Konzert Gemeinsamer Auftritt von Gästen aus Melbourne und Aschaffenburger Maria-Ward-Schülerinnen
Aschaffenburg Sie kamen aus dem Sommer vom anderen Ende der Erde; statt weißer Söckchen trugen sie dicke Strumpfhosen zur Schuluniform. Wer aber glaubte, sie würden wie brave Schulmädchen musizieren, hatte sich getäuscht. Im Rahmen ihrer dritten Konzerttournee durch Europa standen die Mädchen der Loreto-Mandeville-Hall-Girls-School in Melbourne mit Orchester und Chor der Aschaffenburger Maria-Ward Schule auf der Bühne des Martinushauses.
Das Loreto-Tour-Orchestra beim Konzert mit der Maria-Ward-Schule. Christine Bume-Esterer
Mit Kraft, Optimismus und Einfühlsamkeit sorgten die australischen Gäste und deren Gastgeber für musikalische Hochgenüsse - ein wundervoller Abend zu Ehren von Mary Ward, die vor 400 Jahren die Congregatio Jesu gegründet hatte, unter anderem mit dem Ziel, die Bildung von Mädchen und Frauen zu verbessern. In Aschaffenburg ließ der Konvent unter Leitung von Oberin Deborah Fürstberger das Jubiläumsjahr mit dem deutsch-australischen Konzert beginnen.
Denkwürdiger Höhepunkt war der Gemeinschaftsauftritt beider Orchester mit Laura Deckelmann als Solistin bei Vivaldis Violinkonzert "Der Winter". Die hoch talentierte Zwölftklässlerin überzeugte mit Technik und Ausdruck. Trotz des rasanten Tempos blieb ihr Spiel von kristalliner Durchsichtigkeit, inspiriert und voller Schmelz.
Das Orchester unter Leitung von Annette Schupp erwies sich als solider, sensibler Partner und Gegenpart der Solistin. Einige der Australierinnen hatten wertvolle alte Streichinstrumente dabei, deren besonderer samtiger Klang das Hörerlebnis steigerte.
Ein Erlebnis war auch der Auftritt der Ersten Geigerin des Loreto-Tour-Orchesters, Theresa Nguyen, zusammen mit Camilla Caldwell. Mit Sicherheit und Konzentriertheit spielten sie - passend zur Jahreszeit - Edward Elgars "Snow". Dass auch das gute alte Streichquartett zu Feuer und Leidenschaft fähig ist, führte Theresa Nguyen mit ihrer Schwester Mary an der zweiten Geige, Madeleine Fitzgerald (Bratsche) und Stephanie Chow (Cello) mit Michael McCleans "Czardas" vor.
Nach der Pause wurde das Loreto-Tour-Orchester unter der Leitung von Jane Mary Mason zur Bigband, aufgestockt um routinierte Blechbläserinnen. Mit Schwung und Spielfreude präsentierten die Mädchen ein Arrangement von Fred Ebbs und John Kanders "Chicago", ein mitreißendes Medley aus Tanzrhythmen, vom Ragtime über Slow Waltz und Tango bis hin zum Jive.
Auch die spirituelle Seite kam zum Zug. So ließ das Blockflötenquartett der Maria-Ward Schule unter Leitung von Barbara Schedelbeck mit Fugen von Bach, Fischer und Telemann ruhigere Töne anklingen - eine sachte Vorbereitung auf den unter die Haut gehenden Auftritt des großen Chors, des Kammerorchesters und einer Percussion-Gruppe der Maria-Ward-Schule. Die Schülerinnen hatten mit Barbara Oursin vier Lieder von Karl Jenkins erarbeitet, darunter das bekannte "Adiemus". Wunderschön entfalteten sie die meditative Kraft, die in der lautmalerischen Jenkinsschen Kunstsprache und seinen Melodien steckt.
"It's a grand night of singing", hatten die australischen Sängerinnen unter der Leitung von Mary O'Discroll zu Beginn musikalisch erklärt. Es wurde in der Tat ein großartiger Gesangsabend, den die Gäste mit einem traditionellen Lied der Aborigines beschlossen, bevor sie gemeinsam mit den Gastgebern mit John Rutters lebhaftem und farbstarkem Chorwerk "The gift of Music" ein letztes Glanzlicht setzten. Ja, Musik ist ein Geschenk, wenn sie so dargeboten wird.

Melanie Pollinger
Main-Echo vom 13.01.2009


  

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Zahlen und Fakten: Loreto-Schwestern

 Die Loreto-Schwestern sind ein Zweig der Maria-Ward-Schwestern. Die in England geborene Ordensgründerin Mary Ward (1595-1645) rief das Institutum Beatae Mariae Virginis ins Leben, das heute Congregatio Jesu heißt. Es erhielt erst 1877 die päpstliche Anerkennung und übernahm 1979 Konstitutionen des Ignatius von Loyola, angepasst an die Bedürfnisse eines Frauenordens.
Heute wirken Maria-Ward-Schwestern weltweit in drei Zweigen: In Mitteleuropa ist hauptsächlich der römische Zweig verbreitet; der irische und der nordamerikanische Zweig haben sich unter dem Namen Loreto-Schwestern vereinigt. In Australien wirken die Loreto-Schwestern, die auch die Loreto-Mandeville-Hall-Girls-School in Toorak bei Melbourne leiten. Die Musiktouren der katholischen Mädchenschule haben mittlerweile viel positives Echo in Europa gefunden.
Im 400. Jahr der Ordensgründung tragen die australischen Musikerinnen mit Auftritten in Frankfurt, Aschaffenburg, Augsburg, Salzburg, London, Shaftesbury und Dublin zur Gestaltung der Jubiläumsfeierlichkeiten bei. mel
Main-Echo vom 13.01.2009

  

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