Warmes für hungrige Mädchen
Neue Cafeteria der Maria-Ward-Schule eingeweiht - Gemeinnütziger Catering-Service
Aschaffenburg. Für die neue Cafeteria hat sich Schülersprecherin Carina Dreher scherzhaft bei der Schulleitung bedankt. »Jetzt bekommen wir hungrigen Schülerinnen der Maria-Ward-Schule auch eine warme Mahlzeit.« Im neuen Anbau gibt es seit Beginn des Schuljahrs täglich Mittagessen für die Mädchen. Gestern haben Schülerinnen und Lehrer die Räume eingeweiht.
Mindestens 120 Schülerinnen von Realschule und Gymnasium können im Speisesaal täglich zwischen 12 und 13.30 Uhr essen - in zwei Schichten, denn auf den rund 200 Quadratmetern ist nur Platz für 60 Schülerinnen. Der erste Andrang kommt während der sechsten Stunde. Wenn die anderen Mädchen Schulschluss haben, stürmen die Hungrigen dann die Cafeteria. In zwei weiteren Zimmern können sie auch mitgebrachte Brote essen oder Hausaufgaben machen.
Für die neuen Räume wurde im vergangenen Dreivierteljahr ein eingeschossiger Anbau errichtet. Finanziert haben den 710000 Euro teuren Bau Land und Schule gemeinsam. 550000 Euro stellte der Freistaat Bayern zur Verfügung. Der Förderverein der Schule übernahm etwa 100000 Euro, die Maria-Ward-Stiftung die übrigen 60000 Euro.
»Der Speisesaal soll mehr sein als ein Ort, an dem dem wir uns Essen reinstopfen«, sagte Schulseelsorger Bernward Hofmann bei der Eröffnungsfeier. Er verwies auf die christliche Tradition gemeinsam zu Essen, die mit dem letzten Abendmahl Jesu beginne. Anschließend segnete er die neuen Räume.
Barbara Hofmann vom Elternbeirat betonte, dass seit der Einführung des achtjährigen Gymnasiums eine geregelte Mittagsverpflegung besonders wichtig sei: »Denn dadurch haben die Schülerinnen viel häufiger Nachmittagsunterricht.« Deshalb gibt es jetzt täglich ein vegetarisches und ein fleischhaltiges Hauptgericht mit Suppe sowie kleinere Mahlzeiten wie Pizzataschen und Salat vom Büffet. Anmelden müssen sich die Schülerinnen für die Mittagsverpflegung nicht. »Wer kommt, kriegt etwas zu essen», so Wolfgang Zimlich, Verwaltungsleiter der Schule.
In der Küche der Maria-Ward-Schule wärmen die Angestellten das Essen allerdings nur auf - gekocht wird es in den Großküchen des Catering-Service »Priska Integration« aus Schöllkrippen. Das Unternehmen hat das Ziel, Behinderte und Langzeitarbeitslose wieder ins Berufsleben zu bringen und bietet ihnen deshalb eine sozialpädagogisch betreute Stelle. »Wir haben uns auch andere Unternehmen angeschaut«, sagt Schulleiter Burkard Bauer. Wegen des gemeinnützigen Charakters von Priska sei er aber besonders glücklich gewesen, »dass alles gestimmt hat«.
Beate Brehm
Main-Echo vom 22.09.2007