Rechtsanwalt, Politiker und Aschaffenburger
Geburtstag: Hermann Leeb wird heute 70 Jahre alt
Aschaffenburg Er zählt zur seltenen Spezies der Politiker, die kein großes Aufhebens von sich machen. Als Hermann Leeb im Herbst 2003 nach 33 Jahren im Landtag, davon fünf Jahre als Justizminister, München den Rücken kehrte, wehrte der CSU-Politiker allzu viel Lob mit dem Hinweis auf die "Hilfe vieler Unterstützer" ab. Zu dieser Haltung passt, dass seinen heutigen 70. Geburtstag ein anderer verraten hat.
Seiner Heimatstadt ist der Aschaffenburger stets treu geblieben: Dem Stadtrat gehört der Politiker seit 30 Jahren an, auch während seiner Zeit als Minister sah man Leeb im Plenum sitzen, wann immer es der Terminkalender erlaubte. Unten wartete geduldig der Fahrer im Dienst-BMW.
Die Parteifreunde, zu denen Hermann Leeb als 20-Jähriger stieß, haben den Einsatz ihres langjährigen Anführers mit der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden der Aschaffenburger CSU gedankt. Den Lebenshilfe-Werkstätten Schmerlenbach widmet er ehrenamtlich Zeit, ebenso der Maria-Ward-Stiftung.
Die Kanzlei an der Erthalstraße, in der Hermann Leeb als 70-Jähriger noch arbeitet, hat der Vater begründet. Häufig vertritt der Anwalt vor Gericht den Freistaat Bayern, dessen Justizminister er zwischen 1993 und 1998 war - und dessen Ministerpräsident Stoiber ihn nach einer Legislaturperiode nicht mehr ins Kabinett holte, weil er mit 60 zu alt sei. Leeb war verletzt, verbarg es nicht und blieb noch fünf Jahre als Abgeordneter in München. "33 Jahre reichen", sagte der scheidende Politiker damals, als er 65 wurde. tju
Main-Echo vom 15.10.2008