Q11 Fahrt nach München

Die Q11 im Bayerischen Landtag
Foto: Bayerischer Landtag, CSU

Bericht

Was Montesquieu noch nicht ahnen konnte

– Wir haben es erlebt!

Besuch der Q11 in München am 25.03.2015

Wenn Montesquieu damals gewusst hätte, dass wir knapp 300 Jahre nach seiner Zeit eine so intakte Gewaltenteilung haben, wäre er sicher mehr als erfreut gewesen. Denn die Gewaltenteilung in der BRD geht über seine eigenen Pläne sogar weit hinaus, haben wir doch neben der horizontalen (Legislative, Exekutive, Judikative) auch noch eine vertikale (Bund, Länder, Kommunen) Teilung der Staatsgewalt. Nachdem wir uns im September bei unserer Berlinfahrt auf der höchsten Ebene, der Bundesebene bewegt hatten, durften wir nun bei einer Fahrt in die Bayerische Landeshauptstadt die zweite Ebene, die Landesebene erleben: Dank einer Einladung von MdL Judith Gerlach (jüngste Abgeordnete im Bayerischen Landtag und ehemalige Maria Ward Schülerin) und Justizminister Winfried Bausback hatten wir die einmalige Chance eines individuellen Programms in unserer Landeshauptstadt München.


Sehr früh- da waren wir uns einig- trafen wir uns um 5 Uhr am Volksfestplatz und starteten unseren Ausflug gemeinsam mit weiteren Gästen, unter anderem mit einigen Kindern des Städtischen Kinderheims und deren Betreuern.
Nach etwa fünf Stunden Fahrt kamen wir ohne größere Staus am Münchner Justizpalast an, den wir exklusiv von innen besichtigen durften.
Bei unserer Führung durch das sehr beeindruckende Gebäude kamen wir beispielsweise in das Zimmer, in dem der Prozess gegen einige Mitglieder der Widerstandsgruppe  „Weiße Rose“ (nicht gegen die Geschwister Scholl) geführt wurde. An dem Originalschauplatz erinnern heute noch Gedenktafeln, Bilder und weiße Rosen an die Nazi-Verbrechen.
Die im Haus befindliche Bibliothek ist im Besitz eines riesigen Gesetzbücherbestands, dessen Nutzung allerdings nur einigen ausgesuchten juristischen Kreisen gestattet ist. Schließlich durften wir noch in das Büro des Hausherrn. Hier waren einige enttäuschte Stimmen zu hören, denn die meisten hatten sich das Büro unseres Justizministers Bausback um einiges größer vorgestellt.
Im Justizministerium werden heute keine Verhandlungen mehr geführt. Eine Ausnahme stellte somit der Hoeneß-Prozess dar, der wegen der Ermittlungen gegen den NSU hierhin ausgelagert worden war.

Nach unserer ersten Station ging es durch den Innenstadtverkehr zum Maximilaneum, dem Sitz des Bayerischen Landtags. Das Gebäude wird zudem noch von Stipendiaten aus Bayern und der Pfalz genutzt, wofür es auch ursprünglich gebaut worden war.
Nach einer kurzen, persönlichen Begrüßung durch Judith Gerlach hatten wir die Ehre, dort zu essen und uns ein wenig umzuschauen, bevor wir einen kurzweiligen Film über die Arbeit des Landtages vorgeführt bekamen (Dessen Moral war: „Drücke nie den Knopf >Revolution<, denn dann gibt es Ärger!“).
Später im Plenarsaal nahmen wir auf den sehr bequemen Sitzen der Abgeordneten Platz. Unser Kommentar lautete: Eine gute Idee für die Schule, aber sehr unwahrscheinlich, denn auf solchen Sitzen würden wir sicher mehr liegend als sitzend dem Unterricht beiwohnen, und das wäre für unsere Aufmerksamkeit alles andere als förderlich. Aber man kann ja schließlich hin und wieder auch mal träumen.
Viel interessanter als die Stühle waren dann doch die Ausführungen von MDL Peter Winter, Staatsminister Winfried Bausback und MDL Judith Gerlach, die sich trotz ihres dicht gedrängten Terminplans viel Zeit für uns genommen haben und in sehr persönlicher Atmosphäre, sehr geduldig, mit viel Humor und offen unsere Fragen beantworteten.
Am Ende dieses Programmpunktes kam auch noch MDL Berthold Rüth zu unserer Gruppe in den Plenarsaal und beehrte uns mit seiner Anwesenheit.
Gut ausgerüstet mit einem Stadtplan und Informationen zu Abfahrtszeit und –ort der Busse, erkundeten wir anschließend die Innenstadt Münchens. Zwar gibt es dort weitgehend die gleichen Geschäfte wie in Aschaffenburg. Dennoch fanden wir noch viele andere Dinge, die es zu entdecken galt.
Die Angst, sich zu verlaufen, war nicht ganz unbegründet, aber im Zeitalter von Smartphones hatten wir auch damit keine Schwierigkeiten. Falls es doch zu einem ernsten Zwischenfall gekommen wäre, die Gewissheit, jemanden aus unserer großen Gruppe im H&M, im Hardrock Café oder bei Starbucks zu treffen, war so hoch, dass man nie lange alleine umher geirrt wäre.

Rückblickend war unser Abstecher nach München ein durch und durch gelungener Tag, mit vielen schönen und interessanten Eindrücken und Informationen. Dennoch: Als wir nach 19 Stunden auf den Beinen und mit dem obligatorischen Stau auf der A 3 auf der dritten Ebene unserer Gewaltenteilung, der Kommunalebene landeten, waren wir alle froh, wieder wohlbehalten in Aschaffenburg angekommen zu sein.

Unser Dank gilt allen, die diesen Tag für uns ermöglicht, organisiert und durchgeführt haben. Besonders danken wir unseren beiden Geschichts- und Sozialkundelehrerinnen Frau Banhold und Frau Bauer (Frau Schwenold-Werlin war leider erkrankt und konnte uns nicht begleiten) für die Begleitung und Betreuung. Vor allem aber bedanken wir uns bei Herrn Staatsminister Winfried Bausback und dem „Landtags Küken“ (Main Echo) Judith Gerlach für die großzügige und herzliche Einladung unseres gesamten (!) Jahrgangs nach München. Wir wussten es auch sehr zu schätzen, dass sie uns dabei einen Teil ihrer knapp bemessenen Zeit geschenkt haben!

Bericht: Jasmin Koch, Q11
Kor.: Ann-Katrin Baumann, Q11


Auf der Fahrt

Auf der Fahrt kamen wir an der Allianz Arena vorbei, ein Hingucker für alle Bayern Fans

Justizministerium

Der prächtige Justizpalast verrät auf den ersten Blick nicht, dass hier das Bayerische Justizministerium seinen Sitz hat, mit den vielen (kaufhausgleich angelegten) Treppen und Verzierungen könnte man es für ein Schloss halten.

 

Dagegen ist das Büro unseres Justizministers Winfried Bausback ziemlich klein, dadurch machte es aber auch einen gemütlichen Eindruck.

Maximilianeum - Der Sitz des Bayerischen Landtages

Unsere "Eintrittskarte" ins Maximilianeum.

Ein kleiner Blick in den Plenarsaal (man achte auf die gemütlichen Stühle).
Nun stellt sich die Frage: Die Bayerischen Farben sind Weiß und Blau, warum sind nun also die Stühle im Landtag rot, während sie im Bundestag blau sind?

Deutsch? -Na, Bay´risch!

"Deutsche Sprache, schwere Sprache."
Ohje, was sagen wir denn dann zu Bayerisch?

Platzl (na, ned Platz 1), do findst imma eppan aus da Gruppn.

 

Fotos und Web-Darstellung: Schülergruppe MWS Homepage, J.K.