Einsernoten im Doppelpack
Bildung: Die Zwillinge Julia und Luisa Elsesser sind zwei der drei besten Abiturientinnen an der Maria-Ward-Schule
HEINRICHSTHAL. Beide sind mit einem Notendurchschnitt von 1,1 die besten Abiturientinnen ihres Jahrgangs am Maria-Ward-Gymnasium in Aschaffenburg. Beide kommen aus Heinrichsthal und Julia und Luisa Elsesser sind Zwillinge. Julia Elsesser wurde von der Schule sogar für das Max-Weber-Programm vorgeschlagen, eine Studienstiftung für Hochbegabte. Gebrauch von dem möglichen Stipendium muss sie nicht machen, da sie – wie ihre Schwester Luisa – bereits im Herbst ihren dualen Studiengang im Fach Wirtschaftsingenieurwesen sicher hatte. Beide junge Frauen gehören zum ersten Jahrgang der G8-Schüler.
Ihr Fazit nach acht Jahren mit Nachmittagsunterricht an bis zu vier Tagen die Woche: »Man versucht sich damit zu arrangieren, dass man lange in der Schule ist und hat sich dort orientiert.« Eine Maxime, die sie auch in die Tat umsetzten.
Luisa engagierte sich als Schülersprecherin und Julia Elsesser lernte in der Schule Querflöte und gehörte zum Schulorchester. Seit der 1. Klasse haben die Zwillinge gemeinsam die Schulbank gedrückt. Die Hausaufgaben allerdings hat jede für sich alleine gemacht. Ein Vorteil sei gewesen, dass sie bei Bedarf zusammen arbeiten konnten, sagen sie. Gerade in den höheren Klassen konnten sie gemeinsam problematische Aufgaben diskutieren und so auf Lösung kommen. Dabei haben sie sich gut ergänzt. »Wir waren beide recht gut in der Schule, aber haben uns dadurch sicherlich verbessern können«, sagen sie. »Das Ehrgeizige ist ein wenig unsere Natur«, betont Julia Elsesser. Dabei wirken beide junge Frauen im Gespräch natürlich und sympathisch. Für ihr Abitur haben sich beide ein Notenziel gesteckt, damit der Abi-Schnitt ihnen bei der Studienauswahl nicht im Weg steht.
Das Abitur gingen sie, trotz aller dafür nötigen Arbeit, relativ entspannt an. »Wir wussten, dass wir sehr gut vorgebaut haben«, sagen sie und ergänzen, dass dank der kleinen Klassen am Maria-Ward-Gymnasium viel Raum für individuelle Fragen gewesen sei. Zudem hätten die Lehrer den Schülerinnen über Mailkontakt bei den Prüfungsvorbereitungen zur Seite gestanden. »Die vier, fünf Wochen vor dem Abi hat man viel wiederholt«, beschreiben sie die intensivere Zeit des Lernens.
Aber die Klausuren im Vorfeld seien die Hauptvorbereitung gewesen, so dass das Gelernte eigentlich nur noch habe aufgefrischt werden müssen. Dass sie ein gutes Abitur machen würden, damit hatten sie gerechnet. Dass es dann aber so gut ausfällt, dass sie mit einer weiteren Mitschülerin als Jahrgangsbeste abschneiden, hat sie doch überrascht.
Aufbruch zum Wunschstudium
Entschieden haben sich beide für einen dualen Studiengang im Fach Wirtschaftsingenieurwesen aus kombiniertem Theorie- und Praxisteil. Sie bewarben sich dafür so zeitig, so dass sie bereits im Herbst einen Platz sicher hatten. Für beide hat es auf Anhieb mit dem Wunschstudium geklappt. Sie hätten aber auch einen Plan B in der Tasche gehabt, aber der wurde nie gebraucht, sagen sie.
Den Vorteil im dualen Studiengang sehen sie darin, dass der Student in einer Firma arbeitet und so Theorie in Praxis umsetzen kann. Julia Elsesser ist seit Anfang Juli bei Wika in Klingenberg tätig. Für Luisa Elsesser beginnt die Arbeit bei Porsche in Stuttgart im September. Beide werden Heinrichsthal verlassen und in die Nähe ihres Arbeits- und Studienplatzes ziehen. Ob sie einmal in die kleine Spessartgemeinde zurückkommen, wissen sie noch nicht, schließen es aber auch nicht aus. Das »Rauskommen gehört erst mal dazu«, sind sie sich einig. »Die Erfahrung muss man gemacht haben, um gerne wieder zurückzukommen«, ergänzen sie. Annette Helfmann Main-Echo vom 30. Juli 2011