Mittwoch, Juni 19, 2013

Wo Menschen sind, da wird gelacht

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Wo Menschen sind, da wird gelacht
Theater: Schauspielkurs Q11 der Maria-Ward-Schule zeigt eine »Hommage an Loriot«
– Premiere am Mittwoch                    Charaktere
 
ASCHAFFENBURG. Das Jodeldiplom: Wenn Frau es erst in der Tasche hat, muss sie sich um ihre Zukunft keine Sorgen mehr machen – zumindest in der absurden Welt von Loriot. Kaum ein Komiker hat mit seinen Sketchen und Fernsehauftritten das deutsche Publikum so bewegt wie er. Der Schauspielkurs Q11 zeigt am kommenden Mittwoch und Donnerstag einen Querschnitt durch Loriots Schaffen – das Jodeldiplom fehlt freilich nicht.
Gemeinsam mit ihrer Lehrerin und Regisseurin Cornelia Hamidi haben die Schauspielerinnen ganz unterschiedliche Sketche ausgesucht: Sabine Reising und Luisa Elsesser zeigen das Durchschnittsehepaar beim Frühstück; Anna Franz, Johanna Schmitt und Kim Frieß geben den »Astronaut« beim Fernsehinterview. Ob Gesellschaft, Partnerschaft oder Ausbildung im weitesten Sinne – Loriot hat sich in längst vergangenen Jahrzehnten Gedanken über Themen gemacht, mit denen die Elftklässlerinnen auch heute noch etwas anfangen können.
Dass die Sketche den Schülerinnen viel Wandlungsfähigkeit abverlangen, ist einer der Gründe, warum sie sich Loriot ausgesucht haben. Schließlich soll jede Schauspielerin Gelegenheit haben, ihr Können zu zeigen. »Dafür ist es wichtig, dass alle Rollen ungefähr gleich groß sind«, sagt Hamidi. Denn der Abend ist nicht nur die aufwendigste Theateraufführung des laufenden Schuljahrs an der Maria-Ward- Schule – er ist für die Schauspielerinnen auch harte Arbeit. Für ihre Leistung bekommen sie von Hamidi Noten – der Schauspielkurs Q11 ist Bestandteil des regulären Unterrichts in der neuen gymnasialen Oberstufe. Nachdem die Elftklässlerinnen im ersten Halbjahr Grundlagen der Theaterkunst gelernt haben, müssen sie sich jetzt auf und hinter der Bühne beweisen – zum Kurs gehören auch technische Abläufe. Ob Lederhose oder Langhaarperücke, Blaumann oder Bademantel: Über jede der vielen Requisiten führen die Mädchen genau Buch, damit beim Umziehen jeder Handgriff sitzt.
Trotzdem haben die meisten von ihnen schon Bühnenerfahrung. Das kommt ihnen zu Gute: Da müssen unterschiedliche Dialekte sitzen und oft genug übertriebene Klischees bespielt werden. Denn, so erklärt Hamidi: »Gewisse Dinge erwartet der Zuschauer, die muss er erfüllt bekommen.« Sie meint nicht nur die gängige Vorstellung von der zickigen Gattin und dem ungeduldigen Ehemann. Überdies ist Loriot dem Publikum so bekannt, dass die Zuschauer schon mit genauen Vorstellungen ins Theater kommen.
Davon lassen sich die Schülerinnen aber nicht einschüchtern – im Gegenteil. Eine von ihnen – Anne Rücker – hat sogar selbst ein Stück geschrieben, das sich wie selbstverständlich zwischen die Werke des Meisters reiht: »Der Bauchladen« heißt die kurze Groteske, die Sarah Jäger, Anna Franz und Kim Frieß zeigen.
Zwischen den Sketchen sollen außerdem Loriot-Karikaturen und Vanessa Rickerts Klavierspiel für Atmosphäre sorgen; in der Pause reicht die Klasse IX pikante Häppchen. Eine Vorstellung spielen die Schauspielerinnen am 2. Juli außerdem speziell für ältere Menschen aus umliegenden Seniorenheimen. Moni Münch  
 
Vorstellungen:
Mittwoch, 30. Juni und Donnerstag, 1. Juli, je 19.30 Uhr, Maria-Ward- Schule.
Karten zu 4 Euro im Sekretariat der Schule, Tel. 0 60 21 / 31 36-0
 
Main-Echo vom 24.06.2010
  

Weitere Bilder (Loriot 2010)

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Charaktere beim Schauspielkurs Q11

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Foto: Victoria Schilde, Main-Echo vom 24.06.2010
Ein buntes Sammelsurium an Typen holen die Maria-Ward-Schülerinnen auf die Bühne, die am Mittwoch und Donnerstag eine »Hommage an Loriot« zeigen.
Foto: Victoria Schilde  Main-Echo vom 24.06.2010
  

Hintergrund: Loriot

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Hintergrund: Loriot
Der deutsche Humorist Loriot heißt mit bürgerlichem Namen Bernhard Victor Christoph- Carl von Bülow oder kurz Vicco von Bülow. Er kam am 12. November 1923 in Brandenburg an der Havel zur Welt und etablierte sich seit den 1950er Jahren in Literatur, Fernsehen, Theater und Film. Zu seinen Themen gehören insbesondere das Alltagsleben, Szenen aus der Familie und der bürgerlichen Gesellschaft. Loriot zeigt, dass in jeder normalen Alltagssituation etwas Absurdes steckt. Im April 2006 gab Loriot bekannt, sich als Fernsehschaffender zurückzuziehen, da seiner Meinung nach in diesem Medium wegen der entstandenen Schnelllebigkeit keine humoristische Qualität mehr zu erzielen sei. Der Künstlername Loriot ist die französische Bezeichnung des Pirols, des Wappentiers der Familie von Bülow. In der mecklenburgischen Heimat des Adelsgeschlechts ist »Vogel Bülow« eine gängige Bezeichnung für den Pirol. (Quelle: Wikipedia)  Main-Echo vom 24.06.2010
  
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