Römersommer in Obernburg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Photos: Karl

Web-Darstellung: Schülergruppe MWS Homepage AL

Römersommer in Obernburg am Freitag, 07.07.2017 MWS war dabei!

Das P- Seminar „Römisch Kochen“ (Q11) gestaltete dieses Jahr erstmals den Obernburger Römersommer mit: Im Rahmen eines Römischen Gastmahls boten unsere in Tuniken gehüllten Schülerinnen (Jacqueline D, Sarah D, Elena H, Anna-Lena H, Lorena K, Selina M, Stefanie N, Vanessa R, Nicole S, Karolin S, Annika S) den Gästen aus der Region Wissenswertes über die antike Gastlichkeit und ihren Speiseplan dar. Die historische Stelle im Rosengarten der Kochsmühle, also etwas außerhalb des alten Römerkastells, bildete hierzu ein würdiges Ambiente.

 

Hier eine Kostprobe zum Hauptgang, „garniert“ mit den Fotos des Abends (aufgenommen von Sarah D):

 

porcellum beneficiariorum

pastinaca trita, asperagi, carottae

(Tranche vom Obernburger Benefizianer-Spanferkel an Pastinakenpüree, Spargel, Karotten)

 

„Angst vor aus dem Bauch fliegenden Vögeln, eingenähten Edelfischen oder gar kleinen Gastgeschenken müssen Sie nicht mehr haben, denn unser Spanferkel ist freilich tranchiert serviert. Zum Glück entgehen Sie dabei highlights, die jeder vermögende Gastgeber aus Prestige seinen Gästen zukommen lassen wollte oder gar musste: Denn spätestens mit der Kaiserzeit entfaltet sich das Gastmahl zu einem Fest des Luxus, bei dem Flamingozungen, Seeigelfleisch oder das Hirn persischer Rebhühner, kurz die gesamte Welt des imperium Romanum, nicht fehlen durften.

 

Sollte der ein oder andere von Ihnen aber Biersoße und Klöße vermissen, sollte er aber wissen, dass die Römer den Kontrast zwischen süß und sauer liebten, Spanferkel wurde daher mit einer Honigsauce genossen, wozu man Salziges aus dem Meer reichte.

 

Die beliebteste Möglichkeit, jede Art von Essen pikanter zu machen, war die Fischsoße garum oder liquamen, welche Sie möglicherweise als vietnamesische Fischsoße „Nuoc mam“ kennen. Der in der heißen Sonne gärende Fisch erzeugte dabei ein Aroma, das uns heute die römische Küche so fremd vorkommen lässt. Gleichwohl war in der Antike garum so beliebt wie Ketchup, das aber zu jedem, und zwar wirklich jedem, Essen nötig war: Der dann später folgende Nachtisch wäre davon nicht verschont geblieben.“