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Es wurde ein Sieg mit  dem Wettbewerbsbeitrag  "Briefwechsel eines Nürnberger Kaufmanns mit seiner Ehefrau" errungen.  Daher geht vom 25.7.- 27.7. auf der  Abschlussveranstaltung "Die Deutschen und ihre östlichen Nachbarn" in Bayerisch Eisenstein weiter, dann werden die Landessieger der jeweiligen Kategorie und Altersgruppe gekürt.

 Wir kommen damit für den Landessieg "Literatur" in der Altersstufe 2 (Jahrgangsstufe 5 bis 7) in Frage.

Schulsiegerinnen des Geschichtswettbewerbs

Schulsiegerinnen des Geschichtswettbewerbs „Die Deutschen und ihre östlichen Nachbarn“ der 7c: Herr Richter überreicht die Urkunden an Elena Wientgens, Alina S,  Annika S, Isabelle S und Anna-Lena F, nicht auf dem Foto sind Marlene D und Klara H.

 

 

 

 

 

 

Schülerwettbewerb Geschichte: Die Deutschen und ihre östlichen Nachbarn

Geschichte lebendig werden lassen – das geht auch im Unterricht. Wer hat nicht schon einmal ein spannendes Buch gelesen, dessen Handlung im Mittelalter spielt. Man hat gleichsam diese Zeit vor Augen und gewinnt einen Eindruck davon, wie das Leben damals gewesen sein könnte. Dabei ist der geschichtliche Hintergrund keineswegs nur Kulisse, sondern sorgsam recherchierter Hintergrund. Dies haben auch die Schülerinnen der 7c festgestellt, die Jugendbücher vorgestellt haben, deren Handlung im Mittelalter angesiedelt ist. Dabei wurde in einem Referat der historische Bezug vorgestellt. So gewannen sie einen vertieften Eindruck vom Leben im Mittelalter. Das Interesse war geweckt und die Bereitschaft da, sich an dem Wettbewerb „Die Deutschen und ihre östlichen Nachbarn – Wir in Europa“ zu beteiligen, der im Schuljahr Kaiser Karl IV. gewidmet ist. Anlässlich des Jubiläums seines Geburtsjahres 1316 gilt es einen Kaiser zu entdecken, der nicht nur mit der „Goldenen Bulle“ von 1356 für das Heilige Römische Reich deutscher Nation von großer Bedeutung war, sondern als böhmischer König prägend für die tschechische Geschichte.

 

Zahlreiche Wettbewerbsbeiträge standen zur Auswahl, wir entschieden uns für einen literarischen Kreativbeitrag zum Leben eines Kaufmanns auf der „Goldenen Straße“, die von Nürnberg bis Prag geht. Es sollte ein Briefwechsel zwischen einem Kaufmann und seiner daheim verbliebenen Ehefrau verfasst werden. Wer denkt, dass man gleich losschreiben kann, irrt sich gewaltig. Es wurden umfangreiche Recherchearbeiten geleistet: Zum Beruf des Kaufmanns, zu Nürnberg, Prag und den anderen Stationen der Reise, zum Alltagsleben und Reisen im Mittelalter. Zudem wurden die Informationen zur Landesausstellung in Nürnberg „Karl IV.“ ausgewertet.

 

Nachdem sich fünf Gruppen gebildet hatten, wurde zunächst ein Steckbrief zu den Personen mitsamt dem familiären Hintergrund erstellt, damit die Briefe auch anschaulich gestaltet werden konnten. In den fünf Gruppen wurde fleißig gearbeitet und am Ende wurden von einer Fachjury, die aus der Geschichtslehrkraft Angela Kalks, der ehemaligen Fachbetreuerin für Geschichte und Sozialkunde Sieglinde Bauer und der aktuellen Fachbetreuerin für Geschichte und Sozialkunde Lydia Schwenold-Werlin bestand, die Schulsiegerinnen ausgewählt. Dass die Wahl schwer war, lässt sich daran erkennen, dass nicht eine, sondern zwei Gruppen den ersten Platz erhielten: Die Gruppe von Anna-Lena F, Isabelle S, Annika S und Elena W lässt das Leben des Gewürzhändlers Carl lebendig werden, der von Nürnberg mit seinem Sohn Walter nach Prag reist und trotz großer Beschwernisse die Reise erfolgreich beendet. Geburten und Tod werden ebenso anschaulich dargestellt wie die große Religiosität der Menschen. Diese hat auch bei der nächsten Gruppe von Marlene D, Klara H, Alina S und Clara O eine große Bedeutung. Ihr historisch belegbarer Nürnberger Patrizier Ulman, der mit Tuch handelt, hat einen anrührenden Briefwechsel mit seiner Frau Anna, die sich sehr um ihren Mann sorgt, ihn aber auch mit Neuigkeiten aus Nürnberg auf seiner Reise versorgt. Auch die anderen Briefe sind eindrucksvoll, so auch der Briefwechsel von Laura F, Kim G, Florine G, Aileen N und Janina R, deren Patrizier Ulman unterwegs vom Tod seiner Tochter Barbara erfährt, die ein Opfer einer in Nürnberg grassierenden Seuche wurde. Anschaulich ist auch der Einbezug des ehemaligen Judenviertels, auf dessen Überresten der Marktplatz errichtet wurde. Emmi F, Svenja R, Leah R, Ruth S und Lilli U ließen die Sorgen Kräuterhändlers Augustin lebendig werden, der erfährt, dass er etwas von seinem Freund Friedrich erbt, der als Ackerbürger sein Nachbar war. Von Safran erfährt man viel aus den Briefen Ludwigs, dessen Briefwechsel mit seiner Frau Barbara die Gruppe von Viktoria P, Alexandra S, Christine S und Rebekka S verfasst hat.

 

Wer nun Lust auf mehr „erzählende Geschichte“ bekommen hat, findet in der Schülerbücherei die geeignete Lektüre. Eine ganze Regalreihe „History“ steht zur Verfügung, von der Frühgeschichte bis zur Zeitgeschichte gibt es zahlreiches Lesefutter.

 

 

Text: Angela Kalks

Web-Darstellung: Schülergruppe MWS- Homepage AG; AL

 

Brief von Helika an Karl

 

              

                                                                                         Nürnberg, 8. April 1367

Mein Liebster,

als mich dein Brief erreichte, war ich hoch erfreut über euer Wohlbefinden. Es bereitete mir große Freude, dass unser Sohn Interesse an deinem Beruf zeigt und Fortschritte macht.

Vorgestern wurde ich bei den täglichen Erledigungen auf dem Markt von einem Dieb überfallen. Ein Wächter eilte sofort herbei und verfolgte ihn. Gestern informierte mich eine der Wachen über die Gefangennahme des Mannes. Noch am selben Tag verlor er seine Hand.

Nicht nur du, sondern auch andere Händler in der Umgebung nutzen den Frühling, um zu handeln. Deshalb fehlen im Patriziat außer dir Kunibert von Simmen und Richard Hallhuber.

Noch in dieser Woche gab es auf dem Marktplatz einen Brand, der glücklicherweise gelöscht werden konnte. Leider betrauern viele noch den Tod des Ratsmitglieds Heinrich Augsberg, der diese Woche tragischerweise an einer Krankheit verstorben ist, die man nicht heilen konnte.

Aber es gibt auch eine freudige Botschaft für dich. Dein geliebter Sohn Bernd ist von seiner Handelsreise nach Würzburg wohlbehalten zurückgekehrt. Er war gar bestürzt, als er erfuhr, dass sein geliebter Vater, den er durch seine Reise sowieso schon selten sieht, fortgegangen ist.

Deine Kinder vermissen dich jetzt schon sehr. Wir gehen jeden Tag in die Kirche und beten um dein Wohlergehen und das von Walter.

 

In Liebe, deine Helika