Fischpräparation

 

Wir sezieren eine Forelle

 

Zur Vertiefung des äußeren und inneren Körperbaus eines Fisches sezierten die Klassen 6a und c in Kleingruppen eine Forelle. Jede Schülerin konnte selbst entscheiden, wie intensiv sie sich bei der Präparation beteiligen wollte. Manche sahen nur zu, die meisten halfen jedoch in ihrer Gruppe fleißig beim Sezieren der Forelle mit.


Obwohl viele Schülerinnen der Fischpräparation anfangs skeptisch gegenüberstanden, betrachteten sie die ihnen auferlegte Aufgabe bald aus den Augen eines Naturwissenschaftlers und führten die Arbeitsschritte ausnahmslos sauber, sorgfältig und umsichtig durch. So war es allen möglich, ihr Wissen über den Bau des Fischkörpers zu festigen und ihre Kompetenzen im praktischen naturwissenschaftlichen Arbeiten mit Schere, Pinzette und Skalpell zu erweitern.


Mit viel Eifer und großem Interesse wurde zunächst der äußere Körperbau der Forelle untersucht. Vor allem die Beschaffenheit der Hautoberfläche erregte die Aufmerksamkeit. Beide Klassen konnten aufgrund des Vorwissens aus den vorherigen Stunden ohne Umschweife erklären, dass der glitschige Schleim von der obersten Hautschicht, der sogenannten Schleimschicht, produziert wird und die Fische u. a. vor dem Eindringen von Krankheitserregern schützt.


Danach widmeten sich die Schülerinnen den Kiemen (Abbildung 1), die heraus präpariert und in einem mit Wasser gefüllten Becherglas betrachtet wurden (Abbildung 2). Hierbei konnten die Schülerinnen hervorragend erkennen, dass ein Fisch außerhalb des Wassers nicht atmen kann. Denn die feinen, an der Luft zusammenklebenden Kiemenblättchen fächern im Wasser auf, wodurch die Oberfläche vergrößert wird und der Gasaustausch optimal stattfinden kann.


                     

 Abb.1: Freilegung der dunkelroten Kiemen                                           Abb.2: Kiemenblättchen fächern sich im Wasser auf


Als nächstes wurden die inneren Organe  der Forelle freigelegt und benannt (Abbildung 3). Besonders eindrucksvoll waren Schwimmblase und Herz. Auch hatten wir bei einem ausgewachsenen Exemplar das Glück, die Eierstöcke mit einer großen Zahl an Rogen (= Fischeier) vorzufinden. Zwar wurde bereits im Unterricht besprochen, dass Fische aufgrund der äußeren Befruchtung viel mehr Eizellen produzieren müssen, jedoch war es für Schülerinnen natürlich noch faszinierender und einprägsamer, dies mit eigenen Augen zu sehen.


Abb.3: innere Organe einer Forelle  


Nach dem gemeinsamen Aufräumen durfte jede Klasse ein kurzes Feedback geben, wie ihnen das Sezieren der Forelle gefallen hat und welche neuen Erkenntnisse sie daraus gezogen haben. Beide Klassen waren von der Aktion überaus begeistert und sprachen sich unabhängig voneinander einstimmig für die Fischpräparation und das praktische Arbeiten aus.


Im Unterrichtsfach „Natur und Technik“ können und sollen die Schülerinnen nicht nur bloße Theorie lernen, sondern ihr Wissen auch im Alltag anwenden können. Das Lernen am Originalobjekt spielt dabei eine große Rolle und bereichert den Erfahrungsschatz der Schülerinnen ungemein. Als Fazit lässt sich sagen, dass es für alle eine höchst interessante, lehrreiche Unterrichtsstunde war, die den Schülerinnen wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird.

 

Text und Photos: Tanja Englert ; StRin

Web-Darstellung: Schülergruppe MWS Homepage AG; AL